Losbuden im Preiskampf
Schausteller klagen über Umsatzrückgang

Die Welt der Schausteller klingt für viele reizvoll. Doch die Umsätze sinken, die Kosten steigen und die Konkurrenz ist größer geworden - von der Losbude bis zum großen Fahrgeschäft, klagen Betreiber.
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BremenDer Duft von gebrannten Mandeln, dröhnende Musik aus allen Richtungen und juchzende Menschen im wild drehenden Karussell gehören seit Jahrzehnten zum Flair der Volksfeste. Das Leben der Schausteller, die Jahr für Jahr über die Jahrmärkte ziehen, wird nach ihren Angaben aber immer schwieriger. „Es ist heute sehr stressig und es gibt viel Konkurrenz“, sagt etwa der Bremer Schausteller Karl-Heinz Fehrensen. Der 73-Jährige stammt aus einer Schaustellerfamilie, die schon im 19. Jahrhundert auf Märkte reiste. Auf dem Bremer Freimarkt steht Fehrensen mit seiner Losbude „Glücksprinz“. „Unser Geschäft hat in vier Jahren 60 bis 70 Prozent Verlust gemacht, die Umsätze sind nicht mehr da.“

Die Spielerei sei ein Faible seines Vaters gewesen. Jahrelang sei er mit ihm von Ende März bis Anfang November von Jahrmarkt zu Jahrmarkt gezogen. „Als junger Mensch war es fantastisch, ich habe es geliebt“, sagt Fehrensen rückblickend. 1961 machte er sich mit einem Losgeschäft selbstständig. Er schwärmt von den alten Zeiten, als mit Gewinnen wie „Wum“, „Bugs Bunny“ und den „Schlümpfen“ der Losabsatz stieg. „Damit konnte man zum Loskauf animieren.“ Heute habe jeder Haushalt einen Keller voller Stofftiere. In diesem Jahr gibt es bei Fehrensen die Fantasie-Figuren aus dem Film „Die Minions“ als Hauptpreis. Er hofft, dass sie in Bremen bei den Kindern angekommen.

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Glühwein als Notlösung

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  • Tja, das große Problem ist, dadurch dass die Schausteller auch leben müssen, wird alles natürlich teurer, aber die Löhne der potenziellen Besucher steigen nicht wirklich, und daher überlegt eine Familie es sich 3 - 4 mal, ob sie auf einen Jahrmarkt geht oder nicht.

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