Loveparade-Unglück Eine Katastrophe, für die niemand verantwortlich sein will

Die Loveparade in Duisburg sollte eine einzige große Party werden. Doch der Tag endete in einer Katastrophe. 21 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt, zahlreiche Besucher sind bis heute traumatisiert – und die Organisatoren schieben sich noch immer gegenseitig die Schuld zu. Ein Rückblick auf eine Katastrophe, für die niemand verantwortlich sein will.
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Kerzen für die Opfer der Loveparade. Quelle: dpa

Kerzen für die Opfer der Loveparade.

(Foto: dpa)

HB DUISBURG. Vier Monate sind seit der Loveparade-Katastrophe in Duisburg nun vergangen. Doch zahlreiche Teilnehmer leiden weiter unter erheblichen Spätfolgen. „60 bis 70 Prozent der Menschen, die zu den Treffen kommen oder zu denen ich telefonisch Kontakt habe, sind traumatisiert“, sagte Jürgen Hagemann, Vorsitzender des Betroffenen- Vereins „Massenpanik Selbsthilfe“ am Freitag in Duisburg.

Viele Traumatisierte benötigten ärztliche Behandlung. Bei der Kostenübernahme gebe es zum Teil Probleme mit den Krankenversicherungen, sagte Hagemann. Psychisch belastete Jugendliche hätten auch Probleme, Lebensversicherungen abzuschließen, weil die Gesellschaften ihnen die Aufnahme verweigerten. „Über solche Spätfolgen denkt kaum jemand nach.“

Etwa 100 Menschen haben sich nach Hagemanns Worten in dem Verein zusammengeschlossen, der Opfern unter anderem Hilfe bei der Suche nach einem Anwalt anbietet. Der Verein plant im kommenden Februar eine Tagung, um Stadt, Experten und Betroffene zusammen zu bringen. Hier erhoffen sich die Veranstalter auch offene Aussagen von Mitarbeitern der Stadt. Der Ombudsmann der Landesregierung NRW habe bereits zugesagt, berichtete Hagemann. Hagemann ist Vater eines Mädchens, das bei der Katastrophe schwer verletzt worden war.

Das Verhalten der Verantwortlichen kritisierte Hagemann scharf. Der Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland (CDU) habe sich nicht ausdrücklich entschuldigt. „Inzwischen ist mir das aber egal. Für jegliche Art von Betroffenheit ist es jetzt zu spät.“ Es gehe den Betroffenen nicht um einen Sündenbock, „sie wollen aufklären, was da passiert ist“, sagte Hagemann. Der Veranstalter hingegen hat sich ausdrücklich bei den Hinterblieben der Opfer entschuldigt. „Es tut mir unendlich leid, ich kann es nicht rückgängig machen“, sagte Schaller in einer Fernsehsendung.

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  • Das war Polizei, Liebe.

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