Lufthansa-Chef Carsten Spohr

„Wir sind im tiefen Schock“

Lufthansa-Chef Carsten Spohr ist nach Frankreich an die Unfallstelle der Germanwings-Maschine geflogen, um sich vor Ort ein besseres Bild machen zu können. „Zutiefst erschütternd“ sei der Anblick gewesen.
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Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Carsten Spohr, wartet im Aviation-Center am Flughafen in Frankfurt am Main (Hessen) auf den Beginn einer Live-Schalte. Spohr hatte zuvor den Unglücksort im französischen Seyne Les Alpes besucht, in dessen Nähe ein Airbus A320 der Fluggesellschaft Germanwings abgestürzt war. Quelle: dpa
Carsten Spohr

Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Carsten Spohr, wartet im Aviation-Center am Flughafen in Frankfurt am Main (Hessen) auf den Beginn einer Live-Schalte. Spohr hatte zuvor den Unglücksort im französischen Seyne Les Alpes besucht, in dessen Nähe ein Airbus A320 der Fluggesellschaft Germanwings abgestürzt war.

(Foto: dpa)

New York/FrankfurtCarsten Spohr hat den 24. März als „den schwärzesten Tag in der 60-jährigen Geschichte der Deutschen Lufthansa“ bezeichnet. Im Tagesthemen-Interview sprach er aus Frankfurt über die Ereignisse um den Absturz der Germanwings-Maschine des Fluges 4U 9525. Er war sichtlich betroffen.

Der Anblick der Unfallstelle sei „zutiefst erschütternd“ gewesen, sagte er. Am Nachmittag war er über die Unfallstelle geflogen, an der der Airbus A320 der Lufthansa-Tochter abgestürzt war, um sich ein besseres Bild von der Situation vor Ort machen zu können. „Wir sind im tiefen Schock“, betonte er im Namen der Lufthansa-Mitarbeiter. „Alle Gedanken sind bei den Angehörigen von Passagieren und Crew-Mitgliedern.“

„Ein schwarzer Tag für die Lufthansa“
Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr
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„Mein tiefes Mitgefühl gilt allen Angehörigen und Freunden unserer Passagiere und Crews von 4U 9525. Wenn sich die Befürchtungen bestätigen sollten, ist dies ein schwarzer Tag für Lufthansa.“ schreibt Spohr zunächst auf Twitter. „Wir sind in Gedanken bei denen, die heute Menschen, die sie lieben, verloren haben“, sagte er später in der Frankfurter Unternehmenszentrale.

Bundeskanzlerin Angela Merkel
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Merkel reist an diesem Mittwoch zur Absturzstelle der Germanwings-Maschine nach Frankreich. „Der Absturz der deutschen Maschine mit über 140 Menschen an Bord ist ein Schock, der uns in Deutschland – und der Franzosen und Spanier – in tiefe Trauer stürzt“, sagte Merkel im Kanzleramt in Berlin. Sie betonte, es gebe noch nicht viele Informationen über die Ursache des Absturzes. Jede Spekulation verbiete sich. „Jetzt ist die Stunde, in der wir alle große Trauer empfinden“, sagte Merkel. Das Ausmaß des Leides, das über so viele Menschen gekommen sei, sei unermesslich. Die Regierung werde alles daran setzen, die Angehörigen zu unterstützen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier
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„Unsere Gedanken sind bei denjenigen, die darum fürchten müssen, dass ihre Angehörigen unter den Opfern sind.“

Bundespräsident Joachim Gauck
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"Mit größter Bestürzung habe ich von dem schweren Flugzeugunglück erfahren. Meine Gedanken sind bei den Familienangehörigen und Freunden der vielen Opfer. Ihnen gilt meine tief empfundene Anteilnahme. Mögen sie in dieser schweren Zeit Kraft und Trost finden."

Bundeswirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel
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„Das sind fürchterliche Nachrichten, die uns in diesen Stunden aus Frankreich erreichen. Wir alle sind fassungslos angesichts dieser schrecklichen Katastrophe, die so viele Menschen aus dem Leben gerissen hat. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Angehörigen. Ihnen gilt unser Mitgefühl. Sie brauchen jetzt jede mögliche Unterstützung. Ganz persönlich und im Namen der deutschen Sozialdemokratie drücke ich meine tiefe Trauer aus.“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft
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Kraft zeigt sich schockiert über den Absturz. „Ich hoffe, dass doch noch jemand überlebt hat. Aber alles, was wir hören, klingt nicht danach.“ Innen- und Verkehrsminister des Landes seien unterwegs zum Absturzort. Die Kabinettssitzung finde nicht statt.

Russlands Präsident Wladimir Putin
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Nach dem Absturz hat der Kremlchef Wladimir Putin Kanzlerin Angela Merkel sowie den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen. Das teilte der Kreml in Moskau am Dienstag mit. Putin drückte auch dem spanischen König Felipe VI. seine Anteilnahme aus. „Russland teilt die Trauer jener, die bei dieser Tragödie ihre Angehörigen verloren haben“, wurde Putin zitiert.

Zu einer möglichen Ursache des Unglücks äußerte sich Spohr nicht. Er sagte: Wir werden uns nicht an Spekulationen beteiligen.“ Die Lufthansa habe Experten an die Unfallstelle geschickt, die dort mit Experten von Airbus sowie den französischen Behörden eng zusammen arbeiteten.

Die Unglücksmaschine sei in einem „hervorragenden technischen Zustand“ gewesen. Spohr versuchte Meldungen entgegenzuwirken, nach denen weitere Flüge der Germanwings ausfallen mussten, weil einige Crewmitglieder ihren Dienst nicht angetreten waren.

Laut Spiegel Online war der Hintergrund für die Verweigerung, dass die Unglücksmaschine einen Tag vor dem Absturz wegen technischer Probleme den ganzen Tag in Düsseldorf am Boden gestanden habe. Die Fluggesellschaft betonte jedoch, die Gründe waren persönliche. „Ich habe Verständnis für die Crewmitglieder“, sagte auch Spohr während des Interviews. „Viele kannten die Crewmitglieder der Unfallmaschine.“

Erste Bilder des Absturzortes: Nichts als Trümmer

Das Unternehmen wolle schnellsten für einen normalen Betrieb sorgen. Dies sei jedoch angesichts der Ereignisse zweitrangig. Die Ursache für das Unglück ist noch unklar. Doch ein Flugschreiber wurde bereits gefunden. Spohr rechnet mit ersten Ergebnissen schon am Mittwoch. Auf die Frage, wie sicher das Fliegen sei, antwortete der Lufthanseat: „Fliegen ist und bleibt die sicherste Art der Fortbewegung.“

Den Absturz des Germanwings-Flugzeugs dürfte niemand der 150 Insassen überlebt haben.

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