Luxemburgs Premier in Aachen ausgezeichnet
Altkanzler Kohl würdigt Karlspreisträger Jean-Claude Juncker

Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker ist „als Vordenker des Vereinten Europas“ mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet worden.

HB AACHEN. Juncker nutzte seine Dankesrede am Donnerstag für einen Aufruf, an der auf Eis liegenden EU-Verfassung festzuhalten. Bis zur nächsten Wahl des Europäischen Parlaments 2009 müsse die Verfassung stehen, sagte er.

Sie sei trotz ihres Scheiterns in Frankreich und den Niederlanden nicht tot: „Ich werde weiter für die europäische Verfassung kämpfen.“ Die nächste Generation Politiker werde dies nicht mehr schaffen. Bei ihnen liege die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg zu weit zurück, aus der heraus die europäische Einigung entstanden sei.

Juncker erhielt den renommierten Preis für seine Verdienste um die europäische Einigung. Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) nannte ihn in seiner Laudatio einen der engagiertesten Europäer. „Es ist ein Glück für Europa, dass es Dich gibt.“

Der dienstälteste Regierungschef der EU sei an fast allen Fortschritten der europäischen Integration der vergangenen 20 Jahre entscheidend beteiligt gewesen, hieß es in der Begründung der Karlspreis-Gesellschaft. Juncker gelinge es wie nur wenigen, die Bürger für die europäische Einigung zu begeistern.

Der Preis wird seit 1950 verliehen. Mehrere hundert Menschen verfolgten die Zeremonie trotz Regens auf einer Leinwand vor dem Rathaus. Juncker rief zu mehr Stolz auf die europäische Einigung auf. Die Krise Europas liege darin, dass etwa die Hälfte der EU-Bürger die europäische Einigung skeptisch sehe. Es sei auch Aufgabe der nationalen Spitzenpolitiker, dagegen etwas zu tun.

Wenn sie von Montag bis Samstag über die EU klagten, dann dürften sie nicht erwarten, dass die Bürger „am Sonntag in Volksbefragungen Europa zur Herzenssache erklären“, sagte er. Juncker nannte Europa als Friedensraum, als Währungsunion und die Erweiterung als drei große Errungenschaften. Mit Blick auf Kritik an der Aufnahme neuer Mitglieder aus Osteuropa mahnte er: „Mir ist es lieber, die Menschen in Budapest und Prag richten Hoffnungen auf Westeuropa statt Raketen auf Westeuropa.“

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