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Nordlicht

Commodore- und Amiga-Computer, Jean Pütz sowie James-Bond-Filme haben ihn geprägt: Olaf Hasselbusch produziert Lichtblicke für ganz Europa. Mit einer ausgefeilten Steuerungselektronik leuchtet der Nordfriese Gebäude und Objekte aus – und das bunt und heftig.

HB. Auf halber Strecke zwischen Husum und Flensburg liegt die 900-Seelen-Gemeinde Haselund. Ungehindert bläst der Wind von der Nordseeküste über grüne Wiesen und zerzaust Schafe. Mittendrin im Niemandsland: Ein Landgasthof mit dem Schild „Toni Maroni“. Am Biertresen steht Olaf Hasselbusch mit imposanter Frisur. Er muss da was klarstellen: „Hier gibt es keine Pizza.“

Als der gebürtige Hamburger die alte Kneipe übernahm und für seine Zwecke umbaute, hielten anfangs oft Durchreisende und freuten sich auf italienische Küche. Irgendwie selber schuld: „Der Firmenname sollte nur ungewöhnlich klingen und in den Köpfen hängen bleiben“, erläutert Hasselbusch die Idee hinter dem Fantasienamen Toni Maroni. Der 40-Jährige ergänzte bald das Firmenschild um den Zusatz „Dynamische Lichtsysteme“.

Und damit ist klar: In Hasselbuschs Dorfkrug wird geblitzt, geflackert und gedimmt, was das Zeug hält. Hasselbusch ist Spezialist für elektronische Steuerungen für Neonröhren und LED-Licht. Sein flüchtiger Schein kommt überall dort zum Einsatz, wo Produkte oder Bauwerke in Szene gesetzt werden sollen.

Den Citroën-Messestand auf dem Pariser Autosalon rückte Hasselbusch mit einer hausgroßen Videowand ins rechte Licht. Wenn abends in Bonn der Post-Tower seine Light-Show abzieht, tut er das mit Haselunder Technik. Und auch nach Nizza brachte Hasselbusch das Licht: Speziell programmierte Leuchtsysteme lassen dort die Bibliothek Louis Nucera in unterschiedlichen Farben erstrahlen – je nach Anzahl der ausgeliehenen Bücher.

Im Vorraum der Spielbank Bad Kissingen traktiert Hasselbusch die Besucher mit bunten Hochspannungsleuchtröhren: „Durch die hohe Geschwindigkeit sind fast hypnotische Effekte möglich“, freut sich Hasselbusch. Mit seiner neuartigen Steuerung im Baukastensystem kann er beliebige Lichteffekte setzen (s. Grafik).

Kreativ und ein wenig schräg geht es zu in der sechsköpfigen Firma. Der alte Schankraum ist Besprechungszimmer, an der Biertheke empfängt Hasselbusch Besucher, und im Speiseraum bestücken Maroni-Mitarbeiter die Platinen von Hand. Familiär entspannt sieht das aus. Größere Serien erledigt ein Automat in der ehemaligen Küche. Einen ganz eigenen Charme versprühen die Rüschengardinen im Techniklager. Hasselbusch gefällt’s: „Ist urig“, sagt der Lichtmacher, der auch gleich im Gasthaus lebt.

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