Mädchen gestorben
Furcht vor Vogelgrippe-Epidemie in Indonesien

Nach dem möglicherweise fünften Todesfall durch die Vogelgrippe in Indonesien befürchtet die Regierung eine Epidemie der Virusinfektion. Bislang gebe es nur vereinzelte Fälle, sagte Gesundheitsministerin Siti Fadilah Supari am Mittwoch. Sollten sie sich aber häufen, könne dies zu einer Epidemie werden.

HB JAKARTA. Derweil starb ein fünfjähriges Mädchen, das zuvor Symptome der Krankheit gezeigt hatte. Nach Angaben der Ministerin ist die Todesursache höchstwahrscheinlich die Vogelgrippe. Exakte Testergebnisse stünden aber noch aus.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre das Mädchen das fünfte Todesopfer durch die Geflügelpest in Indonesien. Offiziellen Angaben zufolge liegen derzeit sechs weitere Menschen mit Symptomen der Krankheit in Kliniken, darunter ein sechs Jahre altes Mädchen und ein achtjähriger Junge, bei denen das H5N1-Virus inzwischen nachgewiesen wurde. Unter den Patienten seien auch zwei Mitarbeiter des Ragunan- Zoos in der Hauptstadt Jakarta. Der Tierpark war am Montag vorübergehend geschlossen worden, nachdem der Erreger bei 19 Tieren, darunter Adler und Pfauen, festgestellt worden war.

Nach Angaben des indonesischen Landwirtschaftsministeriums verendeten seit Ende 2003 mehr als 16 Millionen Stück Federvieh an dem Virus oder wurden notgeschlachtet. Der Erreger habe sich inzwischen über 22 der 33 Provinzen des Landes verbreitet. Vor einigen Monaten war das Virus auch auf Schweine übergesprungen.

An der Geflügelpest starben seit ihrem Ausbruch Ende 2003 in Südostasien mehr als 60 Menschen. Indonesien wurde im Juli das vierte asiatische Land, in dem Menschen an der Viruserkrankung starben. Am schwersten betroffen ist Vietnam mit mehr als 40 Todesfällen. Auch in Thailand und Kambodscha gab es Tote.

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