Magazin zu Franziskus
Berlusconi gibt Papst-Magazin heraus

Der Berlusconi-Verlag Mondadori nutzt die Popularität des Heiligen Vaters und startet ein wöchentliches Papst-Magazin. Bunt und ansprechend soll es sein – inklusive Fan-Poster.
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Rom/New YorkWenn man ihn sieht oder reden hört, deutet nichts darauf hin: Doch Jorge Mario Bergoglio ist ein Superstar. Als Papst Franziskus hat der Argentinier bereits mehr als zwölf Millionen Follower auf Twitter, er ist für den Friedensnobelpreis nominiert und sein Konterfei zierte sogar die Titelseite des Musikmagazins „Rolling Stone“. Erst Anfang des Jahres verbreitete der Vatikan auf Twitter das Graffiti eines Unbekannten, das den Papst in Superman-Pose zeigt – mit ausgestreckter Faust und wehendem Umhang.

Nun bekommt der Pontifex kurz vor seinem ersten Jahrestag als oberster Hirte der katholischen Kirche sein eigenes Magazin. Am Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit der Christen, erschien in Italien die erste Ausgabe von „Il Mio Papa“ (Mein Papst).

Auf den rund 70 Seiten werden unter anderem Fotos sowie Ansprachen von Franziskus veröffentlicht und Einblicke in dessen Privatleben gewährt. In der Mitte des wöchentlich erscheinenden Magazins wird es laut des herausgebenden Verlags Mondadori immer ein Poster des Papstes geben mit einem Zitat der Woche. Außerdem werden die Leser aufgefordert, Briefe oder Gedichte einzureichen, die dann veröffentlicht werden.

Die Idee zu „Il Mio Papa“ kam den Machern zufolge, nachdem sie festgestellt hatten, wie populär der amtierende Papst schon kurz nach seiner Wahl war. Das Heft wird im ersten Monat in einer Gesamtauflage von drei Millionen Exemplaren erscheinen. 50 Cent soll es am Kiosk kosten.

Laut dem Mondadori-Verlag, an dem der italienische Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Mehrheit hält, soll das Magazin bunt, ansprechend und leicht zu lesen sein. „Es ist eine Art Fan-Magazin“, sagte der Chefredakteur Aldo Vitali der „New York Times“. Dennoch werde es keine Klatschgeschichten oder Paparazzi-Fotos geben. Stattdessen sollen bei „Il Mio Papa“ laut Vitali religiöse und moralische Themen im Vordergrund stehen.

Die „Papst-Bravo“ hat sogar das Ok von oberster Stelle: „Mein Papst“-Chefredakteur Aldo Vitali durfte dem Vatikan-Sprecher Federico Lombardi das Projekt vorstellen – und bekam noch Tipps aus dem Vatikan.

Der „Osservatore Romano“, die Tageszeitung des Apostolischen Stuhls, habe sogar einen kurzen Bericht über die Zeitschrift publiziert. „Es scheint also zumindest keine grundsätzlichen Bedenken gegeben zu haben. Immerhin haben sie uns nicht exkommuniziert“, sagte Vitali im Gespräch mit Spiegel Online.

Und was meint Franziskus zu dem neuen Magazin? Direkt zu dem Projekt geäußert hat er sich öffentlich nicht, allerdings zum generellen Hype um seine Person. „Ich mag diese Papst-Franziskus-Mythologie nicht“, sagte er am Mittwoch der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“. Auch der Papst sei „ein Mann der lacht, weint, geräuschvoll schläft und Freunde hat wie jeder andere auch. Ein normaler Mensch“. Allerdings einer mit eigenem Fan-Magazin.

Michael Stahl berichtet für Handelsblatt Live und Online aus New York.
Michael Stahl
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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