Mallorca
Streit um die Winterzeit

Mallorca fordert eine ewige Sommerzeit, Madrid ist dagegen. Die Zentralregierung will zwar auch die Uhren umstellen, allerdings in die andere Richtung. Das Thema dürfte die Spanier wohl noch länger beschäftigen.

MadridAuf die Winterzeit freut sich wohl niemand: Die Tage werden im Herbst ohnehin kürzer und mit der Uhrenumstellung an diesem Wochenende wird es auf einen Schlag eine ganze Stunde früher dunkel. Der Deutschen beliebteste Ferieninsel wehrt sich jetzt dagegen: Mallorca mag ebenso wie die anderen Baleareninseln nicht mehr an der Uhr drehen: Die Regierung der Balearen reichte vor wenigen Tagen in Madrid einen Antrag ein, das ganze Jahr über bei der Sommerzeit bleiben zu dürfen.

Die Begründung: Auf den östlich des Festlandes gelegenen Inseln gehe die Sonne 50 Minuten früher auf – und vor allem auch früher wieder unter als in anderen Landesteilen. Doch das Licht, so argumentieren die Insulaner, habe „gesundheitliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile“.

Und die zählen sie gleich auf: Wenn es länger hell ist, lasse sich Strom sparen, die Bevölkerung würde nach der Arbeit mehr Zeit an der frischen Luft verbringen und deshalb auch die Konjunktur beleben. Eine immer währende Sommerzeit gefalle zudem den für die Inseln so wichtigen Touristen. Die Argumente verfingen gleich bei einer weiteren Region, die stark vom Tourismus abhängt: Valencia mit seiner berühmten Costa Blanca und Urlaubsorten wie Alicante oder Benidorm im Osten des Landes. Dort beschloss das Regionalparlament ebenfalls die Abschaffung der Winterzeit.

Doch die beiden Vorstöße laufen ins Leere – zumindest in diesem Jahr. Die spanische Regierung in Madrid teilte umgehend mit, dass es nicht in Frage komme, eine neue Zeit einzuführen und alle Regionen verpflichtet seien, zwischen Sommer- und Winterzeit zu unterscheiden.

Diese Entscheidung ist keine wirkliche Überraschung wenige Tage vor der Winterzeit. Den beiden Regionalregierungen ging es auch nicht darum, tatsächlich sofort auf die Umstellung zu verzichten. Sie wollten aber die Debatte anregen – und werden das Thema so schnell noch nicht begraben.

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