Mallorca Streit um die Winterzeit

Mallorca fordert eine ewige Sommerzeit, Madrid ist dagegen. Die Zentralregierung will zwar auch die Uhren umstellen, allerdings in die andere Richtung. Das Thema dürfte die Spanier wohl noch länger beschäftigen.

Mazedonien statt Mallorca - top Reiseziele 2017

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MadridAuf die Winterzeit freut sich wohl niemand: Die Tage werden im Herbst ohnehin kürzer und mit der Uhrenumstellung an diesem Wochenende wird es auf einen Schlag eine ganze Stunde früher dunkel. Der Deutschen beliebteste Ferieninsel wehrt sich jetzt dagegen: Mallorca mag ebenso wie die anderen Baleareninseln nicht mehr an der Uhr drehen: Die Regierung der Balearen reichte vor wenigen Tagen in Madrid einen Antrag ein, das ganze Jahr über bei der Sommerzeit bleiben zu dürfen.

Die Begründung: Auf den östlich des Festlandes gelegenen Inseln gehe die Sonne 50 Minuten früher auf – und vor allem auch früher wieder unter als in anderen Landesteilen. Doch das Licht, so argumentieren die Insulaner, habe „gesundheitliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile“.

Wie die Welt Urlaub macht
Urlaub
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„Wir kommen, macht euch bereit! Reif für die Insel: Sommer, Sonne, Strand und Zärtlichkeit.“ Für viele Deutsche ist genau das allsommerliches Ritual - der Urlaub am Mittelmeer, wie im Gute-Laune-Song von Buddy & DJ The Wave besungen. Anderswo sehen die Sommerferien dagegen ganz anders aus.

USA
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Für viele Urlauber weltweit ist eine Auslandreise nicht das Sommer-Highlight. Die meisten US-Amerikaner zum Beispiel gelten als wenig interessiert an fernen Ländern, gerade mal 30 Prozent haben überhaupt einen Reisepass. Sie bleiben meist im eigenen Land.

Sommercamps in den USA
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Hinzu kommt: Die Vereinigten Staaten haben sehr lange Sommerferien, fast zweieinhalb Monate. Das ist für die Schüler prima, führt aber zu ratlosen Eltern, die oft nur wenige Tage Urlaub haben: Wohin mit den Kindern? Das Ergebnis ist eine florierende Industrie an Camps, in die die Kinder geschickt werden.

Indien
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In Indien haben Eltern eine einfache Lösung gefunden: Sie schicken ihre Kinder in den Ferien immer zu den Eltern der Mutter, denn traditionell lebt die ganze Familie den Rest des Jahres bei den Eltern des Vaters oder zumindest in deren Nähe. In Indien liegen die großen Ferien etwas früher als in Deutschland, damit sie nicht in die Regenzeit fallen. Wer es sich leisten kann, fliegt oder fährt in die Berge, um der Hitze des indischen Sommers und dem Smog der Großstädte zu entkommen. Beliebte Ausflugsziele heißen Manali, Leh oder Shimla.

Spanien
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Berge sind in vielen Teilen Europas nicht so der Urlaubsrenner. In Spanien sind die Städte zur traditionellen Ferienzeit im August beinahe verwaist, weil alle am Meer sind. Denn nicht nur ausländische Touristen zieht es im Urlaub nach Spanien. Weil viele Badeorte auf Mallorca oder an der Costa Brava von Deutschen und Briten überlaufen sind, suchen sich Spanier andere Ziele. Dazu gehören Benidorm (Foto), Salou oder Peñíscola an der Mittelmeerküste. Viele Spanier haben Ferienwohnungen am Meer. Nur eine Minderheit verreist ins Ausland.

Slowakei
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Auch slowakische Touristen haben ein neues Lieblingsland für ihren Urlaub entdeckt: die Slowakei. Bei einer Befragung gaben 52 Prozent an, dieses Jahr mindestens einen Urlaub im Inland verbringen zu wollen. Auslandsziel Nummer eins ist seit jeher Kroatien. Zwängte man vor Jahren noch die ganze Familie in den klapprigen Skoda und stopfte den kompletten Proviant in den Kofferraum, gönnt man sich nun auch mal ein gepflegtes Abendessen in einem Restaurant. Auf das eigene Auto auf dem Weg nach Kroatien will aber kaum jemand verzichten.

Tschechen fahren nach Kroatien
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„Der erste Urlaub in Jugoslawien, gefolgt vom ersten Kind, und dann das eigene Auto“, heißt es in einem Kultfilm aus Tschechien aus dem Jahr 1987. Mit einem Augenzwinkern könnte man sagen, dass sich für die Tschechen nicht allzu viel geändert hat. Kroatien (im Bild: Dubrovnik) ist nach wie vor das Urlaubsziel Nummer eins, auch weil es mit dem eigenen Auto erreicht werden kann und Kroatisch eine verwandte Sprache ist. Meist aus finanziellen Gründen verbringt die Hälfte der Tschechen die Sommerferien allerdings zu Hause oder in der eigenen Datsche.

Und die zählen sie gleich auf: Wenn es länger hell ist, lasse sich Strom sparen, die Bevölkerung würde nach der Arbeit mehr Zeit an der frischen Luft verbringen und deshalb auch die Konjunktur beleben. Eine immer währende Sommerzeit gefalle zudem den für die Inseln so wichtigen Touristen. Die Argumente verfingen gleich bei einer weiteren Region, die stark vom Tourismus abhängt: Valencia mit seiner berühmten Costa Blanca und Urlaubsorten wie Alicante oder Benidorm im Osten des Landes. Dort beschloss das Regionalparlament ebenfalls die Abschaffung der Winterzeit.

Doch die beiden Vorstöße laufen ins Leere – zumindest in diesem Jahr. Die spanische Regierung in Madrid teilte umgehend mit, dass es nicht in Frage komme, eine neue Zeit einzuführen und alle Regionen verpflichtet seien, zwischen Sommer- und Winterzeit zu unterscheiden.

Diese Entscheidung ist keine wirkliche Überraschung wenige Tage vor der Winterzeit. Den beiden Regionalregierungen ging es auch nicht darum, tatsächlich sofort auf die Umstellung zu verzichten. Sie wollten aber die Debatte anregen – und werden das Thema so schnell noch nicht begraben.

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