Manager des FIFA-Partners Match
Hauptverdächtiger im WM-Ticket-Skandal stellt sich

Nach vier Tagen auf der Flucht stellte er sich der Justiz: Ray Whelan gilt als Schlüsselfigur im Skandal um illegale WM-Tickets. Pro Ticket wurden bis 11.500 Euro verlangt.
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Rio de JaneiroDer britische Topmanager Ray Whelan, Hauptverdächtiger im WM-Ticket-Skandal, hat sich bei einem Gericht in Rio de Janeiro gestellt.

Die Polizei in Rio hatte den 64-Jährigen am Donnerstag zur Fahndung ausgeschrieben, nachdem er kurz vor einer geplanten erneuten Festnahme sein Hotel in Begleitung seines Anwalts durch einen Lieferantenausgang verlassen hatte.

Der Brite Ray Whelan, leitender Angestellter beim Ticketing-Vertragspartner Match Services des Weltfußballverbands Fifa, begab sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Metropole Rio de Janeiro in die Obhut der Behörden. Der 64-Jährige gilt als Schlüsselfigur im Skandal um illegal verkaufte WM-Tickets.

Whelan war eine Woche zuvor schon einmal festgenommen und verhört worden, kam aber wieder auf freien Fuß. Am Donnerstag, drei Tage vor dem WM-Finale, wurde dann Haftbefehl gegen ihn erlassen. Whelan verließ jedoch sein Hotel an der berühmten Strandpromenade Copacabana in Rio eine Stunde vor dem Eintreffen der Polizei und galt seither als flüchtig.

Im Zuge der Ermittlungen hatten die Ermittler bereits Anfang Juli elf Verdächtige festgenommen. Bis auf einen geständigen Kronzeugen sitzen sie in Untersuchungshaft. Alle Verdächtigen sollen sich wegen organisierten Verbrechens, illegaler Eintrittskartenverkäufe, Geldwäsche und Steuerbetrugs verantworten.

Die Bande soll auf dem Schwarzmarkt Karten für alle 64 WM-Spiele zu horrenden Preisen angeboten haben, ein begehrtes Finalticket sogar für umgerechnet 11.500 Euro. Der illegale Tickethandel soll bereits seit der WM des Jahres 2002 in Japan und Südkorea laufen.

Der Ticketskandal ist nur einer von mehreren Skandalen, welche die Fifa in den vergangenen Monaten erschütterten. So stehen unter anderem mehrere hohe Fifa-Funktionäre im Verdacht der Bestechlichkeit bei der Vergabe der WM im Jahr 2022 an das Emirat Katar.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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