Mandela-Trauerfeier
Rätselraten um falschen Gebärdendolmetscher

Die Aufregung um den Gebärdensprachdolmetscher bei der Mandela-Trauerfeier, der ganz offensichtlich nicht übersetzte, geht weiter: Nachdem sich Gehörlosenvertreter empört hatten, meldet sich nun der Mann selbst zu Wort.
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JohannesburgEin Hochstapler, unfähig oder schwer erkrankt: Südafrika rätselt über den Hintergrund des Gebärdensprachdolmetscher, der bei der weltweit beachteten Trauerfeier für Nelson Mandela aufgetreten war. Der 34-Jährige meldete sich jetzt selbst in südafrikanischen Medien zu Wort und erklärte seine wirren Gesten mit einem Anfall von Schizophrenie. Er habe Stimmen gehört und begonnen zu halluzinieren, sagte Thamsanqa Jantjie.

Unbestritten ist, dass der Gebärdendolmetscher bei der Mandela-Feier nicht für die Gehörlosen gedolmetscht hatte. Der Mann habe zwar seine Hände bewegt, „aber die Bewegungen seiner Hände hatten keine Bedeutung“, sagte Verbandsdirektor Bruno Druchen. Er sprach von einer „Verhöhnung der Sprache“.

Der ihm unbekannte Dolmetscher habe etwa nicht die bekannten Gebärden für Mandela oder Präsident Jacob Zuma verwendet. Außerdem habe er keine Miene verzogen. Körpersprache ist für das Verständnis der Gebärdensprache unerlässlich.

Die südafrikanische Abgeordnete Wilma Newhoudt sagte ebenfalls, der Gebärdendolmetscher habe mit seinen Händen und Armen keine Inhalte kommuniziert. Newhoudt und Druchen sind beide taub.

Der von der südafrikanischen Regierung angeheuerte Mann habe vielmehr immer nur die gleichen vier oder fünf Gebärden wiederholt, sagte die Gebärdensprachlehrerin Naomi Janse van Vuuren. „Er hat ganz sicher nicht übersetzt, was der Redner sagte.“ Gehörlose Menschen in Südafrika konnten deshalb an diesem wichtigen Ereignis nicht teilhaben.

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Partei unternahm nichts nach Beschwerden

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