Manhattan
Doppelglück im Hundezwirn

Wer noch schnell Mondänes, Teures oder Schräges braucht, dem sollte New York einen Einkaufsbummel wert sein.

HB NEW YORK. Wenn sich der gute deutsche Einkaufsbummel wie „Oberhausen“ oder „Eckernförde“ buchstabiert, dann schreibt sich Shopping wie „New York“. Jetzt, in den Adventstagen vor Weihnachten, zieht es Jetladungen von Europäern in die US-Metropole. Die gigantomanische Stadt, die sich selbst so gern als „Big Apple“ huldigt, hat sich gerade mal wieder mit Abertonnen von Tannengrün, Lametta und Neon so aufgebrezelt, als stünde das Christfest kurz vor dem Verbot.

„The best things in life are free“, sangen die Beatles. Vielleicht ist ja selbst im geldverliebten New York an dieser Liedzeile was dran, und deshalb bietet es sich zunächst ganz einfach an, einen dieser grandiosen Blicke von der Brooklyn Bridge über den East River auf das südliche (Lower) Manhattan zu richten, auf Chinatown und den leidgeprüften Finanzdistrikt, bevor es mit dem Einkaufen richtig losgeht.

Quasi unterhalb der Brücke, beim South Street Seaport, sind rund 100 Läden versammelt, teils exklusiv und exquisit, teils einfallsreich und skurril. Nicht nur die unvermeidlichen Baseball-Kappen sind dort in „The NY Yankees Clubhouse Shop“ zu kaufen, sondern ungefähr alles, was Fans brauchen, um im Stadion zu sehen und gesehen zu werden. Extrem-Frühaufsteher können sich nebenan im Fulton Fish Market umschauen, in dem sich morgens gegen fünf die New Yorker Köche mit frischen Fischen versorgen. Ende ist schon gegen acht Uhr!

Kumpel Christians Weihnachtswunsch ist leicht zu erfüllen, weil es in New York einen Staples an jeder Ecke gibt. In diesen Büroartikel-Läden verkaufen sie nämlich jene Papermate-Drehbleistifte Sharpwriter 2, die der Dresdner Christian so schätzt, weil sie in Europa offenbar nicht zu haben sind. Im Nachbarregal gibt’s übrigens die Reporter Notebooks von Ampad, mit denen man ähnlichen Eindruck schinden kann. Simple, schmale und fast unterarmlange Notizblocks sind das, die bekannt sind aus Film, Funk und Fernsehen. Wer damit investigativ wirken will wie einst Woodward & Bernstein, der bediene sich. Etwas anstrengendere Männerträume nehmen am Rande des Central Parks ihren Anfang: 9 East 89th Street ist das Hauptquartier der Road Runners, die den legendären New York Marathon ausrichten. Anmeldungen für 2006 sind in Kürze möglich – Weihnachtsidee für einen Geschenkgutschein? Im Marathon-Laden gibt’s viel Nützliches für Läufer, aber auch seltsame Schreibtischfiguren und schicke Seidenschals mit dem eiligen Lauf-Logo.

Die Welt des Marathon-Ladens ist einigermaßen überschaubar, die der Riesenkaufhäuser New Yorks aber schon lange nicht mehr. Deshalb stehen uns in Zweifelsfällen ganz persönliche Einkaufshelfer („Personal Shoppers“) zur Seite, um zum Beispiel im Bloomingdales (1000 Third Avenue) den Überblick zu behalten.

Macy’s, das größte Kaufhaus der Welt, ist in diesen Tagen schon deswegen ein Muss, weil in Macy’s Santaland auf einer Etage eine Märchenwelt für Kinder ausgebreitet ist und für solche, die es bleiben wollen.

Den New Yorker Spielzeugklassiker FAO Schwarz (5th Avenue 58th Street) sollten Gedränge-Phobiker jetzt besser meiden. Alle anderen stürzen sich rein ins Paradies, nicht nur der Kinder wegen: Ein niedliches Souvenir ist zum Beispiel der Teddybär in Marinejacke für 18 Dollar.

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