Mannesmann-Prozess
Ansturm auf Millionen

Das Düsseldorfer Landgericht wird nach der Einstellung des Mannesmann-Verfahrens von Anfragen gemeinnütziger Organisationen überschwemmt, die von den den Angeklagten auferlegten Millionenzahlungen profitieren wollen.

HB DÜSSELDORF. Der Ansturm auf die millionenschweren Geldauflagen im Mannesmann-Prozess gefährdet inzwischen den Gerichtsbetrieb. Die Telefonzentrale des Gerichts sei in den vergangenen Tagen wegen der Flut der Anfragen über Stunden hinweg nicht erreichbar gewesen, berichtete heute ein Justizsprecher.

Das Düsseldorfer Landgericht hatte das Mannesmann-Verfahren in der vergangenen Woche unter der Bedingungen eingestellt, dass Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und seine fünf Mitangeklagten rund 5,8 Millionen Euro zahlen. Zwar soll der Löwenanteil, immerhin 60 Prozent, in die Staatskasse fließen. Doch bleiben immer noch 2,3 Millionen, die auf gemeinnützige Einrichtungen verteilt werden sollen.

Angesichts der großen Zahl der Interessenten bat das Gericht jetzt interessierte Organisationen im Interesse der Aufrechterhaltung des Gerichtsbetriebes von telefonischen Nachfragen möglichst abzusehen und ihre Anfragen schriftlich an das Landgericht zu stellen.

Bewerbungen von Einzelpersonen, die darum bitten, selbst bedacht zu werden, sind nach Auskunft des Gerichts aber aussichtslos. Zunächst haben aber die Staatsanwaltschaft und die Angeklagten bis zum 15. Dezember Gelegenheit, Spendenempfänger vorzuschlagen. Die endgültige Auswahl trifft dann die 10. große Strafkammer. Mit der Entscheidung sei aber nicht vor Januar 2007 zu rechnen, betonte der Gerichtssprecher.

Ausdrücklich wies das Gericht darauf hin, dass die Strafkammer bei ihrer Entscheidung an Anfragen oder Anträge nicht gebunden sei. Es könnten also auch gemeinnützige Organisationen bedacht werden, die keine entsprechende Anfrage an das Gericht gerichtet hätten.

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