Manuela Schwesig
Ministerin stellt Rockstar in den Schatten

Volkswagen und Peter Maffay wollten in Berlin eine neue Initiative vorstellen. Doch dann stand Familienministerin Manuela Schwesig im Mittelpunkt. Deren zweite Schwangerschaft war wenige Stunden zuvor bekannt geworden.

BerlinZufall oder Absicht? Darüber wurde zumindest an diesem Tag heftig diskutiert. Am Vormittag wurde bekannt, dass Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig im vierten Monat schwanger ist. Anfang des kommenden Jahres erwartet die 41-Jährige ihr zweites Kind. Wenige Stunden später war eine Pressekonferenz geplant, in der es um eine neue Initiative zum Thema „Sicherer Schulweg“ gehen sollte, Volkswagen und der Sänger Peter Maffay mit seiner Kunstfigur Tabaluga stehen an der Spitze der Kampagne.

Der Star war jedoch nicht der Rockstar, sondern die Ministerin im schicken roten Sommerkleid. Plötzlich hatte der Fototermin eine unerwartete Menge an Fotografen angezogen. Die allesamt vor allem ein Motiv anzog: Der Bauch der Ministerin, der bereits eine kleine Wölbung zeigte.

Dabei hatte Thomas Steg, ehemals Sprecher auf Seiten der Politik und heute bei Volkswagen für Außen- und Regierungsbeziehungen zuständig, eigentlich ein ganz anderes Anliegen. Auch wenn er wusste, dass etliche Fotografen heute „aus vielfältigen Gründen“ da waren.

106.000 Kinder, die im vergangenen Jahr in Deutschland auf dem Weg zur Schule verunglückt sind, seien schlicht zu viel. Deshalb starten sie bei Volkswagen nun eine Aufklärungskampagne. Und haben dem kleinen Drachen Tabaluga, den Peter Maffay vor mehr als drei Jahrzehnten erfunden hat, einen Freund zur Seite gestellt.

Der heißt wenig überraschend „Käfer“, was natürlich in diesem Fall passender ist als Scirocco, Tiguan oder Sharan. Im Internet geben die beiden Verkehrstipps. Alles mit dem Ziel, mehr spielerisch als mit dem erhobenen Zeigefinger die Gefahrenherde im Straßenverkehr aufzuzeigen.

Maffay weiß, wovon er spricht. Er habe selbst einen zwölfjährigen Sohn. „Auch wenn man mir das in meinem Alter wahrscheinlich nicht ansieht“, kokettiert er mit einem verschmitzten Lächeln. Gerade erst wurde er 66 Jahre alt. Und rollt dabei das „R“, wie es nur Peter Maffay tut.

Für ihn ist das Engagement für Kinder schon in den Achtziger Jahren zur Lebensaufgabe geworden. Waisenhäuser in Rumänien oder eine Finca auf Mallorca helfen dank seiner Tabaluga-Stiftung Kindern, mit denen es das Schicksal nicht ganz so gut gemeint hat. Dafür sammelt er bei Partnern wie Volkswagen Geld. Oder gibt Privatkonzerte in Möbelhäusern.

Seit 2006 arbeiten der Sänger und Europas größter Autobauer zusammen. Mit dem neuen Projekt geht das jetzt mindestens vier Jahre weiter. Die meisten der rund 1200 deutschen Händler beteiligen sich an der Aktion des Konzerns. In den nächsten Tagen werden die orangen Warnwesten mit dem Drachen und dem Käfer eintreffen. Die können Eltern dann für 2,70 Euro kaufen, wovon wiederum 50 Cent an die Tabaluga-Stiftung gehen.

Maffay macht der Termin sichtlich Spaß. Zumal in der ersten Reihe Kinderreporter sitzen, deren Fragen er ausführlich behandelt. Die Tabaluga-Weste passe ihm auch, sagt er und zieht gleich eine an. Obwohl der Sänger nicht zu dem Größten im Lande zählt, spannt die Weste dann doch am nach wie vor muskulösen Oberkörper.

Als dann endlich auch die Erwachsenen Fragen stellen durften, stand dann natürlich wieder die schwangere Ministerin im Fokus. Sehr glücklich seien sie und ihre Familie. Sie spüre gerade ganz viel Rückhalt. Der Zusatz: „Auch von meiner Partei“ durfte dann aber doch nicht fehlen.

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