Marathon-Attentat: Streit um Themen im Boston-Bomber-Prozess

Marathon-Attentat
Streit um Themen im Boston-Bomber-Prozess

Vor fast zwei Jahren gingen beim Boston-Marathon Bomben hoch. Kurz vor Prozessbeginn gegen einen mutmaßlichen Täter will die Staatsanwaltschaft Themen ausschließen, die jenen als Mitläufer darstellen könnten.
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Kurz vor Beginn des Prozesses gegen den mutmaßlichen Boston-Attentäter ist ein Streit über die Rolle des Bruders des angeklagten Dschochar Zarnajew in dem Verfahren entbrannt.

Die Verteidigung wies am Montag bei einer Anhörung einen Vorstoß der Staatsanwaltschaft zurück, wonach die Beziehung der Brüder zunächst keine Rolle spielen solle. Der Prozess soll an diesem Mittwoch mit den Eröffnungsplädoyers beginnen. Vorausgegangen war eine lange, schwierige Auswahl der Juroren.

Die Anwälte argumentieren, der Angeklagte sei durch seinen älteren Bruder Tamerlan manipuliert worden, der wenige Tage nach dem Anschlag im April 2013 von der Polizei erschossen wurde. Es sei „unfair“, die Vorwürfe gegen Dschochar isoliert zu betrachten. Der ältere Bruder habe sich zum radikalen Islamisten gewandelt und ihn angestiftet. Dschochar sei in den USA gut integriert gewesen.

Die Staatsanwaltschaft will, dass sich der Richter in der ersten Phase des Prozesses allein auf die persönliche Schuld des Angeklagten konzentriert. Die Anklage wirft dem 21-jährigen vor, mit seinem Bruder Tamerlan auf der Zielgeraden des berühmten Boston-Marathons zwei Bomben gezündet zu haben. Bei dem Terroranschlag waren drei Zuschauer getötet und 260 verletzt worden.

Zarnajew muss sich zudem wegen Mordes an einem Polizisten während der Flucht verantworten. Bei dieser war sein 26 Jahre alter Bruder erschossen worden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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