Margot Käßmann
Evangelische Bischöfin lässt sich scheiden

Die prominenteste Vertretern der evangelischen Kirche in Deutschland, die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, lässt mit einer Mitteilung in eigener Sache aufhorchen: Die 48-Jährige lässt sich nach 26 Ehejahren von ihrem Mann scheiden. Die Reaktionen der Kirche lassen darauf schließen, dass an Käßmann festgehalten wird.

HB HANNOVER. Käßmann habe die Scheidung eingereicht, teilte die Landeskirche in Hannover am Donnerstag mit. Käßmann leitet seit 1999 die mit mehr als drei Millionen Mitgliedern größte evangelische Landeskirche. Sie bezieht regelmäßig Stellung zu religiösen und gesellschaftlichen Themen. Über den Kreis der Kirche hinaus bewegte Käßmann im vergangenen Sommer die Menschen, als sie nach einer Brustkrebs-Operation betroffenen Frauen Mut machte. Von einer Zeitschrift wurde sie daraufhin zur Frau des Jahres 2006 bestimmt.

Eckhard Käßmann (52) arbeitet als Pfarrer im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Kassel. Das Paar hat vier Töchter im Alter von 16 bis 25 Jahren.

Mögliche Folgen für Käßmanns Amtsführung waren zunächst unklar, da es das erste Mal ist, dass eine amtierende Bischöfin sich scheiden lässt. Der Kirchensenat erklärte am Donnerstag einmütig, der Bischöfin in ihrer schwierigen Situation zur Seite stehen und sie in der bewährten Führung ihres Amtes mit allen Kräften unterstützen zu wollen. Die Lage wurde in Abwesenheit der Bischöfin eingehend beraten.

Die Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter ist zwar ebenfalls geschieden, allerdings trennte sie sich bereits vor ihrer Wahl zur Bischöfin im Jahr 2000.

Anders als bei den Katholiken gibt es in der evangelischen Kirche auch bei Pastoren problemlos die Möglichkeit der Wiederheirat. Bei protestantischen Pfarrern erfolgt im Falle einer Scheidung inzwischen auch keine automatische Versetzung mehr, wie die Landeskirche erklärte. Bischöfe gelten dort als Pastoren mit besonderen Aufgaben.

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