Marinechef: Nur schlecht gewartet
Verwirrung um Äußerungen über russischen Kreuzer

Für Aufregung haben am Dienstag russische Pressemeldungen gesorgt, in denen Marinechef Admiral Wladimir Kurojedow mit den Worten zitiert wurde, das atomar angetriebene Flaggschiff der Nordmeerflotte könne jeden Moment explodieren.

HB MOSKAU. Kurojedow erklärte später, er habe dies so nicht gesagt, sondern nur deutlich machen wollen, dass das Kriegsschiff „Peter der Große“ schlecht gewartet sei. Er sei falsch zitiert worden. Die Berichte seien „durchweg nicht wahr“.

Militärexperten gehen davon aus, dass die Äußerungen Ausdruck eines Machtkampfes in der Führung der Kriegsmarine sind. Der Kommandeur des Schiffs, Admiral Wladimir Kasatonow, gilt als erbitterter Rivale Kurojedows.

Die Nachrichtenagenturen Itar-Tass und Interfax hatten den Marinechef mit den Worten zitiert: „Das Schiff ist in einem derart schlechten Zustand, dass es jeden Moment in die Luft fliegen kann.“ Der Besatzung sei zwei Wochen Zeit gegeben worden, die Sicherheitsmängel auf dem Lenkraketen-Kreuzer „Peter der Große“ zu beheben.

Er habe lediglich sagen wollen, dass das atomgetriebene Schiff schlecht gewartet sei, sagte Kurojedow später später der Agentur Tass. „Das Sicherheitssystem der Atomanlage des Schiffes ist vollständig geprüft worden und erfüllt alle wesentlichen Anforderungen. Allerdings ist der Zustand der Unterkünfte und der generelle Zustand des Schiffes nicht zufrieden stellend und erfüllt nicht die Anforderungen entsprechend der Vorschriften.“

Zuvor hatte der Admiral den Agenturberichten zufolge gesagt, die Sicherheitsmängel seien vorige Woche bei einer Inspektion aufgedeckt worden. Besondere Gefahr gehe von dem Atomreaktor aus. Kurojedow wurde mit den Worten zitiert: „Da herrscht ja auf jedem kleinen Minensuchboot mehr Ordnung, das von einem Leutnant geführt wird.“ Der Kreuzer war erst im vorigen Jahr zum Vorbild für die gesamte Nordmeer-Flotte gekürt worden.

Das Schiff der Kirow-Klasse ist mit 20 Marschflugkörpern ausgerüstet, die auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Es wird von zwei Atomreaktoren angetrieben und hat rund 700 Mann Besatzung. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte der 1989 fertig gestellte Kreuzer jahrelang in einer Werft gelegen, bevor er 1998 in Dienst gestellt wurde. Wo sich die „Peter der Große“ derzeit befindet, ist nicht bekannt gegeben worden. Im Februar waren drei Raketentests bei einem Großmanöver der Nordmeerflotte fehlgeschlagen, was den anwesenden Präsidenten Wladimir Putin sehr verärgert hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%