Marktl
Geburtshaus von Papst Benedikt verkauft

Nach monatelangem Streit ist der Verkauf des Geburtshauses von Papst Benedikt XVI. unter Dach und Fach. Der neue Eigentümer will das Gebäude zu einem Museum machen.

HB MARKL. Eine kirchliche Stiftung erwarb das Haus, wie die Ordinariate in München und Passau mitteilten. Dort solle künftig der Lebensweg des aus Bayern stammenden Papstes dargestellt werden. Initiator und Hauptgeldgeber der Stiftung sei die Familie des aus einer Industrie-Dynastie stammenden und 1978 gestorbenen Kölner Kardinals Joseph Frings. Ratzinger war in jungen Jahren Frings Berater. Der Passauer Bischof habe die private Initiative dankbar aufgegriffen, hieß es.

Die „Stiftung Geburtshaus Papst Benedikt XVI.“ wurde vom Passauer Bischof Wilhelm Schraml errichtet und bereits vom bayerischen Kultusministerium als kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts anerkannt. Zum angepeilten Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. In Medienberichten war von bis zu 3,5 Millionen Euro die Rede. In Kreisen von Immobilienmaklern wurde diese Summe aber als viel zu hoch eingeschätzt. Realistisch sei eine Größenordnung von rund einer Million Euro. Bei der Eigentümerin Claudia Dandl hatten sogar Ölscheichs ihr Kaufinteresse bekundet.

In dem Haus war Joseph Ratzinger am 19. April 1927 zur Welt gekommen. Die derzeitige Eigentümerin hatte sich zum Verkauf der historischen Immobilie entschieden, weil ihr der Rummel der vielen Touristen zu groß geworden war. Manche von ihnen hatten in fast rabiater Form Einlass begehrt.

Nach Angaben der beiden Ordinariate hat Dandl am Donnerstag ein ein Verkaufsangebot an die Stiftung abgegeben. Dieses werde dort voraussichtlich in den kommenden Tagen eingehen. „Die Stifter und die bayerischen Diözesen erwarten einen erfolgreichen Abschluss in der ersten Hälfte des neuen Jahres“, hieß es weiter in der Mitteilung der Ordinariate. Möglicherweise könnte der Papst dann bei seinem Besuch in Bayern vom 10. bis 15. September 2006, bei dem auch ein Abstecher nach Marktl geplant ist, persönlich das Benedikt-Museum eröffnen.

Bürgermeister Hubert Gschwendtner sprach vom „schönsten Weihnachtsgeschenk“ für Marktl. „Wir freuen uns, dass das Papsthaus von kirchlicher Seite nun einer adäquaten Nutzung zugeführt werden kann.“ Man sei dem privaten Gönner, der noch dazu kirchlichen Kreisen angehöre, sehr dankbar. Die Gemeinde habe sich von Anfang an eine Nutzung des Gebäudes als Museum gewünscht.

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