Aus aller Welt
Marlon Brando und Doris Day feiern 80. Geburtstag

Zwei Hollywood-Legenden werden am gleichen Tag 80 Jahre alt: Der Schauspieler Marlon Brando und Doris Day, die zur Inkarnation der Fünfziger Jahre wurde.

Sie könnten gegensätzlicher kaum sein. Doch sie kamen beide am selben Tag zur Welt: Marlon Brando und Doris Day wurden am 3. April 1924 geboren. Damit enden aber auch ihre Gemeinsamkeiten.

Brando ist bis heute ein legendärer Hollywoodstar geblieben, der häufig durch exzentrisches Verhalten auf sich aufmerksam machte. Und er hat die Alltagsmode des 20. Jahrhunderts geprägt wie kaum ein anderer: Mit seiner Hauptrolle in «Der Wilde» machte er 1953 das T-Shirt als Oberbekleidung populär – vorher hatte man es ausschließlich als Unterhemd getragen.

Berühmt wurde Brando 1947 durch die Broadway-Inszenierung von Tennessee Williams' Drama «Endstation Sehnsucht», die mit ihm in der Hauptrolle auch verfilmt wurde. Danach war Brando, der das Image eines Rebellen kultivierte, aus Hollywoods Starsystem nicht mehr wegzudenken: 1954 erhielt er für seine Rolle in «Die Faust im Nacken» seinen ersten Oscar.

Eine zweite Hoch-Zeit erlebte er in den 70er Jahren. Seine Darstellung eines alternden Schürzenjägers in «Der letzte Tango in Paris» löste ob der freimütigen Sex-Szenen heftige Kontroversen aus. Ähnlich sein Kurzauftritt als wahnsinniger Colonel Kurtz in Francis Ford Coppolas Vietnamkriegs-Epos «Apocalypse Now»: Für wenige Minuten auf der Leinwand erhielt er eine Millionen-Gage.

Seinen zweiten Oscar für die Titelrolle in Coppolas Mafia-Saga «Der Pate» lehnte Brando aus politischen Gründen ab. In den 80er Jahren wurde es ruhiger um ihn. Zuletzt war Brando in den Filmen «Don Juan de Marco» und «The Score» zu sehen. Seinen Geburtstag feiert der mittlerweile schwer Kranke in seiner Villa in Beverly Hills.

Doris Day dagegen tauchte nach 1970 nicht mehr auf der Leinwand auf. Kein Zufall: Das stets adrett gekleidete Energiebündel, dem der Ruf eines biederen Heimchens anhaftete, prägte das Kino der Wirtschaftswunderjahre nach dem zweiten Weltkrieg.

In den 50er und 60er Jahren wurde sie mit Komödien wie «Bettgeflüster», «Mitternachtsspitzen» oder «Ein Hauch von Nerz» sehr populär. Während Sex-Bomben, wie man sie damals nannte, wie Marilyn Monroe oder Brigitte Bardot die erotischen Fantasien der Epoche bevölkerten, verkörperte Day die patente Hausfrau, die resolut die Widrigkeiten des Alltags meistert.

Auf ihre Weise wirkte sie ebenfalls stilbildend. Ihre schlicht geschnittenen Kostüme und Föhnfrisuren, die wie mit Klarlack fixiert aussahen, hatten Vorbildfunktion für Frauen, die keine Reize à la Monroe oder Bardot zur Schau tragen konnten.

Ihren Künstlernamen entlehnte die Komödiantin übrigens dem Song «Day by Day», den sie bei Revueauftritten nach dem Zweiten Weltkrieg vortrug. Eigentlich hieß die Tochter deutscher Einwanderer Doris von Kappelhoff.

Auch Doris Day, die nach ihrem Rückzug aus dem Filmgeschäft eine eigene TV-Show hatte, kann ihren 80. Geburtstag nicht wirklich genießen: Sie leidet seit Jahren an der Alzheimer-Krankheit.

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