Masern-Alarm
Erster Tote in Bayern

In vielen Teilen der Welt gelten die Masern als ausgerottet - doch in Deutschland ist die Krankheit wieder im Vormarsch. In München ist ein 26-jähriger an dem hoch ansteckenden Virus gestorben.
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Berlin Kaum zu glauben, aber wahr: Während die Masern in weiten Teilen der Welt und selbst in 13 afrikanischen Staaten ausgerottet sind, ist die hoch ansteckende Krankheit in Deutschland wieder neu aufgeflammt. Allein im ersten Quartal dieses Jahres wurden 390 Masern-Fälle bekannt. In München forderte das Virus bereits den ersten Toten, einen 26-jährigen Mann. Bereits 2010 waren 780 Fälle offiziell gemeldet worden - und das, obwohl die  Bundesrepublik vergangenes Jahr schon längst masernfrei sein sollte, so die Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Ärzte schlagen jetzt Alarm. Die vermeintlich harmlose Infektion kann vor allem für Erwachsene tödlich enden. Die Kinder sind meist genügend geschützt. Dass die Masern ausgerechnet in Deutschland auf besten Nährboden fallen, liegt an den riesigen Impflücken in der Bevölkerung. Speziell den Bürgern zwischen 20 und 40 Jahren fehlt zum Großteil der nötige Impfschutz, wie Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) beklagt.

Vor allem die nach 1970 Geborenen leben heute als Erwachsene vielfach ungeschützt: Entweder, weil sie als Kind nur einmal gegen Masern geimpft wurden und die Impfung nicht aufgefrischt wurde - was erst seit 2001 üblich ist. Oder weil sie im Kindesalter gar keine Impfung bekamen, aber auch nicht erkrankten. Wer die Masern schon hatte, ist immun dagegen. Erst seit den 70er Jahren wird in Deutschland überhaupt gegen Masern geimpft.

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