Aus aller Welt

100 Millionen Hindu-Pilger am Ganges

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„Es ist nicht mehr so ursprünglich“

Auch im Fluss halten über Kilometer hinweg Pflöcke mit langen Seilen die Gläubigen davon ab, zu tief hineinzusteigen. An einer Sandbank, dort, wo sich das blaue Wasser der Yamuna und das braune Gangeswasser mischen, legen in Reih und Glied Holzboote mit Pilgern an. „Es ist professioneller geworden, nicht mehr so ursprünglich“, meint Heinz Eisele aus München, der schon bei der vergangenen Kumbh Mela vor zwölf Jahren dabei war. Er ist erstaunt, wie gut alles klappt. „Für Millionen Menschen Essen und Trinken rankarren - das schaffen nur die Inder.“

Zum Klang des Festes gehört neben den Segnungen, Trommeln, „Hare Krishna“-Liedern und den schreienden Kindern, die nicht ins Wasser wollen, auch die stündliche Lautsprecherdurchsage für die Vermissten. „Die Menschen hier laufen oft weite Strecken. Wenn eine Gruppe dann abbiegt, geht manchmal jemand verloren“, sagt Sant Prasad Pandey, Chef des Fundbüros für Frauen und Kinder. Bis zu 2000 Menschen führt er an den Haupttagen zusammen - trotz Handys.

Dara Bai aus dem Bundesstaat Orissa hat ihr Telefon verloren und kann sich nicht an die Nummern ihrer Familienmitglieder erinnern. Acht Tage wartet die alte Frau schon auf ihre Angehörigen, nun soll sie ein Zugticket nach Hause bekommen. „Sie haben uns verlassen“, klagt sie. Fundbüroleiter Pandey meint: „Eltern sind sehr erpicht darauf, ihre Kinder wiederzufinden, aber manchmal nicht ihre Alten.“

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Die freiwilligen Helfer geben denen, die verloren gegangen sind, ein Zeltdach über dem Kopf und Stroh zum Schlafen. Eine Greisin sitzt selig auf ihrem Plastikstuhl mittendrin und lächelt. Sie ist bereits seit 20 Tagen da. „Es gefällt mir hier“, sagt sie. Jeden Tag könne sie im Ganges baden und erhalte Essen. Erst wenn die Kumbh Mela am 10. März vorbei ist, will sie wieder in ihr Dorf fahren.

  • 10.02.2013, 21:16 UhrOHJEOHJE

    Heiliger Brimborius als ob es eine Meldung wert wäre wenn so etwas bei solch einer Massenveranstaltung mal passiert. Viel schlimmer finde ich da gewisse Rituale der Hindis gerade was Varanasi angeht. Die hygienischen Zustände am Ganges sind mit katastrophal noch milde ausgedrückt.

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