Massenpanik
Hunderte Pilger zu Tode getrampelt

Die Sicherheitsvorkehrungen der saudi-arabischen Behörden bei der Pilgerfahrt Hadsch haben sich erneut als unzureichend erwiesen: Wie schon 2004 und 1990 brach bei der symbolischen Steinigung des Teufels in der Stadt Mina eine Massenpanik aus, etwa 350 Pilger starben.

HB MINA. Das Innenministerium von Saudi-Arabien sprach am Donnerstag von 345 Todesopfern. Etwa 1000 Teilnehmer der Pilgerfahrt wurden nach Angaben eines Arztes verletzt. Die Steinigung hat den Charakter einer rituellen Sündenreinigung. Es ist einer der Höhepunkte der Pilgerreise, die jeder Muslim einmal in seinem Leben machen sollte.

Nach offiziellen Angaben brauch die Panik wie schon 2004 am Ende der Dschamarat-Brücke in Mina aus. „Die Pilger fielen übereinander und erdrückten sich gegenseitig“, erklärte das Innenministerium. „Die Panik kam, weil viele ihre persönliche Habe ablegten und weil zahlreiche Pilger darauf bestanden, das Ritual am Nachmittag auszuführen.“

Ein Augenzeuge bestätigte dies. „Die Menschen, die ums Leben kamen, wollten für das Ritual auf die Brücke. Aber eine Welle von Menschen kam gleichzeitig und wollte von der Brücke hinunter.“ Dutzenden Leichen seien am Boden abgelegt und mit Tüchern bedeckt worden. Einige seien von Ärzten auf Lastwagen gehoben worden.

Während Rettungskräfte am Unglücksort eintrafen, strömten immer noch Pilger auf die Brücke, um das Steinigungsritual zu begehen. Die Dschamarat-Brücke soll nach der Hadsch durch eine neue Brücke ersetzt werden. Für 4,2 Milliarden Riyal (rund 930 Millionen Dollar) sollen ein vierstöckiges Eingangssystem und ein Untergrundausgang angebracht werden.

Bei der Panik vor zwei Jahren waren 244 Menschen zu Tode getrampelt worden, 1990 gab es sogar mehr als 1400 Tote. An der Hadsch nehmen rund 2,5 Millionen Menschen teil. Saudi-Arabien hat sich nach Unglücken in den vergangenen Jahren bemüht, die Sicherheit deutlich zu verbessern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%