Massenschlachtungen in Vietnam
China greift gegen Vogelgrippe durch

Die Vogelgrippe ist in Asien nicht zu stoppen. China und Vietnam meldeten am Dienstag weitere Ausbrüche der Tierseuche und kündigten drastische Maßnahmen an.

HB PEKING. Peking will alle 14 Mrd. Zuchtvögel im Land impfen – das sind 20 Prozent der weltweiten Geflügelpopulation. In Vietnam soll alles Geflügel in den beiden größten Städten geschlachtet werden.

Mit der internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen die Vogelgrippe wird sich ab Freitag der Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Südkorea befassen. Dabei gehe es um einen Informationsaustausch und die enge Abstimmung von Gegenmaßnahmen, sagte der südkoreanische Apec-Botschafter. US-Präsident George W. Bush, der an dem Gipfel teilnehmen wird, brach am Dienstag nach Japan auf, der ersten Station seiner Asienreise. In Indonesien beriet EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou mit der Regierung über den Stand der Bemühungen und die Möglichkeiten internationaler Unterstützung.

In China haben die Massenimpfung begonnen, sagte der Leiter der Veterinärabteilung des Landwirtschaftsministeriums, Jia Youling, in Peking. Die Kosten dafür übernehme die Regierung. In China wurden zwei weitere Seuchenherde bekannt. Von mehr als 6 500 infizierten Hühnern in den Bezirken Urumqi und Zepu sind bereits mehr als 2 700 der Seuche erlegen, teilte ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation mit. Damit ist die Vogelgrippe bislang in elf verschiedenen Regionen in China aufgetreten. Experten der WHO reisten in das von der Seuche betroffene Dorf Wangtan in der Provinz Hunan, um den Tod eines zwölfjährigen Mädchens und die Erkrankung von zwei weiteren Bewohnern zu untersuchen. Seit 2003 sind mindestens 64 Menschen in Asien an der Seuche gestorben. Mediziner befürchten, dass der Erreger H5N1 mutieren und eine länderübergreifende Grippe-Epedemie mit globalen Folgen verursachen könnte.

In den vietnamesischen Metropolen Hanoi und Ho-Tschi-Minh-Stadt begannen die Behörden damit, sämtliche Hühner und Enten aufzukaufen und zu schlachten. Alles Geflügel, das in der nächsten Woche entdeckt werde, werde ohne Entschädigung getötet, teilte der Leiter der Gesundheitsbehörde von Ho-Tschi-Minh-Stadt mit.

Unterdessen identifizierte die britische Regierung Finken aus Taiwan als Quelle der H5N1-Infektionen von Vögeln in einer Quarantänestation im Oktober. Zunächst war ein südamerikanischer Papagei als H5N1- Überträger ausgemacht worden. Insgesamt seien mehr als 50 taiwanesische Finken in der Isolierstation im britische Essex gestorben, hieß es in einem Untersuchungsbericht des britischen Umweltministeriums.

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