Massive Verstösse gegen Quarantäne
WHO spricht Reisewarnung für Taiwan aus

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat wegen der gefährlichen Lungenkrankheit SARS am Mittwoch eine Reisewarnung für ganz Taiwan ausgesprochen. Dort steigt die Zahl der SARS-Kranken schneller als irgendwo sonst. Bereits am 8. Mai hatte die WHO von Reisen in die Haupstadt Taipeh abgeraten.

HB/dpa GENF. China sieht unterdessen ein Abflauen der SARS-Infektionen. Rao Keqin vom chinesischen Krisenstab sagte: „Der Höhepunkt der Krankheit ist in China überschritten. Aber es ist noch zu früh, von einer Eindämmung der Krankheit zu sprechen, und viele Maßnahmen sollten für eine ziemlich lange Zeit aufrechterhalten werden.“

Reisewarnungen der WHO bestehen derzeit weiter für Peking, Hongkong sowie die chinesischen Gebiete Guangdong, Hebei, Innere Mongolei, Shanxi und Tianjin. Weltweit verzeichnete die UN- Organisation bis Dienstagabend 7919 Fälle des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS) mit bislang 662 Toten.

In Taiwan wurden bis Mittwoch 418 Fälle gezählt, 35 mehr als am Vortag. Die WHO betonte, dass es sich bei der Warnung vor Reisen um eine Vorsichtsmaßnahme handelt, um SARS einzudämmen. Nach dem heftigen Ausbruch der Krankheit in Taiwan wurden Geldstrafen in Höhe von 1,5 Millionen Taiwan Dollar (36 000 Euro) gegen zwei weitere Krankenhäuser in der südtaiwanesischen Hafenstadt Kaohsiung verhängt. Die Gesundheitsbehörden vermuten, die Hospitäler hätten aus Sorge, dass andere Patienten wegbleiben könnten, SARS-Fälle verheimlicht.

Erst als sich das Virus massiv ausbreitete, hätten sich die Krankenhäuser an die Behörden gewandt. Knapp 20 000 Menschen wurden in Taiwan unter Quarantäne gestellt, meist in ihren Wohnungen. Bei Stichproben stellte das Gesundheitsamt jedoch fest, dass 15 Prozent von ihnen die Auflagen verletzt hatten.

Die südtaiwanesische Stadt Tainan macht Menschen unter Quarantäne jetzt mit einem versiegelten Identifikationsarmband kenntlich, ähnlich wie Neugeborene im Krankenhaus. Wer jemanden mit einem solchen Armband außerhalb dessen Wohnung sieht und meldet, wird mit umgerechnet 250 Euro belohnt. Verstöße gegen die Quarantäneauflagen können mit Geldstrafen zwischen umgerechnet 1460 und 7300 Euro geahndet werden.

In China nahm die Zahl der neuen Patienten lediglich um 12 auf 5249 zu. In der schwer betroffenen Hauptstadt Peking, wo es jetzt 2444 Fälle gibt, wurden nur 8 neue Infektionen und 2 Tote gemeldet. Mitglieder des Krisenstabes bestritten, dass der Rückgang darauf zurückgeht, dass Patienten mit leichten Symptomen nicht mitgezählt würden. In der Tageszeitung „China Daily“ betonte der Experte Xu Dezhong, die Diagnosestandards in der Volksrepublik seien strenger als die der WHO.

Die WHO nahm am Mittwoch die Philippinen von der Liste der Länder, in denen die Lungenkrankheit SARS übertragen wird. Die letzte Infektion liegt laut WHO mehr als 20 Tage zurück.

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