Maul- und Klauenseuche
Exportverbot für britisches Fleisch

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in England hat die britische Regierung umfangreiche Gegenmaßnahmen eingeleitet. Um den betroffene Bauernhof wurden abgeschirmt. Im ganzen Land dürfen weder Schweine noch Kühe transportiert werden. Auch in Deutschland sind Schutzmaßnahmen angelaufen: Behörden untersuchen fünf Tiertransporte aus Großbritannien.

HB LONDON. Um den betroffenen Hof in der südenglischen Grafschaft Surrey westlich von London wurde eine Sperrzone mit einem Radius von drei Kilometern und eine Überwachungszone von zehn Kilometern eingerichtet.Premierminister Gordon Brown brach seinen Urlaub ab und berief sein Kabinett zu einer Notsitzung ein. Alle Exporte von lebenden Tieren sowie von gewissen Tierprodukten wurden eingestellt. Gleichzeitig kündigte die EU ein Importverbot für britische Tiere an.

Die Maul- und Klauenseuche ist unter Tieren hochansteckend, befällt den Menschen aber nur selten. Um ein Übergreifen auf das ganze Land zu verhindern, dürfen in Großbritannien nun weder Schweine noch Schafe oder Kühe transportiert werden. Neben dem vorgeschriebenen Verbot des Exportes von lebenden Tieren stoppte die Regierung freiwillig die Ausfuhr von Fleisch und Milch in die Europäische Union (EU). Der letzte große Ausbruch der Tierseuche in Großbritannien war 2001. Sechs Mill. Tiere wurden geschlachtet. Die damalige Regierung von Tony Blair war wegen ihres Vorgehens massiv kritisiert worden, der wirtschaftliche Schaden betrug schätzungsweise 12,6 Mrd. Euro.

Eine Sprecher der EU-Kommission sagte am Samstag, die Gemeinschaft werde nach dem Wochenende Importe von lebenden Tieren aus Großbritannien und von Tierprodukten aus der betroffenen Region verbieten. Am Mittwoch würden dann Experten zusammenkommen, um über den Ausbruch zu beraten.

Auf dem betroffenen Hof selbst trieben Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums die etwa 60 erkrankten Tiere zusammen. Sie sollten gekeult werden. Experten rechneten damit, dass die Situation nicht so kritisch werden würde wie vor sechs Jahren. „Lektionen wurden gelernt“, sagte der Mikrobiologe Hugh Pennington der BBC. „Ich bin mir sicher, dass wir es dieses Mal sehr, sehr viel besser machen."

Auch in Deutschland sind nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien Schutzmaßnahmen angelaufen. Nach Angaben eines Sprechers des Bundeslandwirtschaftsministeriums vom Samstag wurden fünf Tiertransporte aus Großbritannien in den vergangenen 30 Tagen ermittelt. Es handele sich um vier Schaftransporte mit mehreren Tieren und um ein Rind aus Schottland. Die Tiere würden nun untersucht. Da sie aus Gegenden stammten, die weit entfernt von dem von der Seuche betroffenen Hof seien, bestehe die Hoffnung, dass sie nicht befallen seien.

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