Mecklenburg-Vorpommern
Neuer Vogelgrippefall in Deutschland

Die Vogelgrippe-Gefahr schien hierzulande nachzulassen. Doch nun gibt es in Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Fall – zum ersten Mal bei einem Wildvogel. Ein nationales Krisenteam wurde einberufen.
  • 0

Schwerin/BerlinNeuer Vogelgrippe-Fall in Mecklenburg-Vorpommern: In einem Wildvogel ist das aus Asien eingeschleppte Virus H5N8 nachgewiesen worden. „Damit wurde erstmals in Europa dieser Erreger außerhalb der Nutztierhaltung festgestellt“, teilte das Landwirtschaftsministerium am Samstag in Schwerin mit. Der Verdacht verdichte sich, dass Wildvögel das Virus verbreitet haben könnten. Die Geflügelpest ist auch für Menschen potenziell gefährlich.

Die Krickente sei im Landkreis Vorpommern-Rügen im Rahmen der Überwachung der Geflügelpest gezielt geschossen worden, erklärte Minister Till Backhaus (SPD) – deutlich außerhalb des Risikogebiets, das 50 Kilometer rund um einen Seuchenbetrieb in Heinrichswalde (Landkreis Vorpommern-Greifswald) liegt. Dort war die Vogelgrippe Anfang November in einem Putenbetrieb ausgebrochen. Rund 31 000 Mastputen wurden getötet, nachdem rund 2000 Tiere verendet waren.

Die Vogelgrippe hatte sich zuletzt in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien ausgebreitet. Das nun in Europa aufgetauchte Virus H5N8 war zuvor nur aus Asien bekannt. „Wir müssen jetzt von einem europaweiten Seuchengeschehen sprechen“, sagte Backhaus. Zum Schutz der Nutztierbestände müsse Geflügel nun in ganz Mecklenburg-Vorpommern in den Ställen bleiben.

Krisenteam einberufen

Bundes-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat die Bundesländer zu umfassenden Vorsichtsmaßnahmen aufgefordert. „Ich appelliere eindringlich an alle Geflügelhalter zu hoher Aufmerksamkeit und zur konsequenten Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen", erklärte Schmidt am Samstag. Unter anderem sollte Hausgeflügel vorsorglich in Ställen untergebracht werden. Für Sonntag ordnete er eine Sitzung des erweiterten nationalen Krisenteams an.

Schmidt erklärte, unklare Krankheits- oder Todesfälle bei Vögeln müssten schnellstmöglich untersucht und bei Verdachtsfällen den zuständigen Veterinärämtern gemeldet werden. Mit dem Untersuchungsergebnis in Mecklenburg-Vorpommern erhärte sich der Verdacht, dass Wildvögel an den Fällen von Geflügelpest in Mecklenburg-Vorpommern, sowie den Niederlanden und Großbritannien beteiligt seien, erklärte Schmidt. Um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, haben die Behörden in den Niederlanden bereits über 200.000 Vögel töten lassen.

Seite 1:

Neuer Vogelgrippefall in Deutschland

Seite 2:

In den Niederlanden werden tausende Enten getötet

Kommentare zu " Mecklenburg-Vorpommern: Neuer Vogelgrippefall in Deutschland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%