Mediziner widersprechen
Polnischer Koma-Patient war „nur“ gelähmt

Ein 65-jähriger Pole hat wahrscheinlich doch nicht 19 Jahre lang im Koma gelegen, sondern soll völlig gelähmt, aber bei Bewusstsein gewesen sein. Zu diesem Ergebnis kamen polnische Neurologen und andere Fachärzte, nachdem sie den Fall des Koma-Patienten Jan Grzebski genauer untersucht haben.

HB WARSCHAU. „Es war kein echtes Koma“, urteilte Miroslaw Zabek, Leiter der Neurochirurgischen Klinik in Warschau. Polnische Medien hatten am Wochenende berichtet, dass der 65 Jahre alte Eisenbahner im April angeblich nach 19 Jahren aus dem Koma erwacht sei. Das Ende des Kommunismus hätte er somit verschlafen.

Nun kamen Ärzte zu einem anderen Schluss: Grzebski lag „nur“ vier Jahre lang in einem echten Koma. In den Folgejahren konnte er allerdings wegen einer vollständigen Lähmung nicht mit Ärzten und Angehörigen kommunizieren. Der Mann habe aber aus eigener Kraft geatmet und könne sich auch an Ereignisse während des angeblichen Komas erinnern.

Dennoch ist die Genesung des Eisenbahners, der 1988 bei einem Arbeitsunfall schwer verletzt worden war, für die Ärzte ein kleines Wunder. Sie schreiben sie vor allem der unermüdlichen Pflege von Ehefrau Gertruda zu. Im Gegensatz zu den Medizinern hatte sie nie die Hoffnung aufgegeben.

Die Ärzte bekamen erste Zweifel an dem 19 Jahre dauernden Koma, nachdem Grzebski selbst berichtet hatte, er habe seine Umwelt zwar wahr genommen, sich aber nicht äußern können. Auch habe er bereits in den vergangenen Monaten zu sprechen versucht.

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