Mehr als 100 Tote
Muslim-Führer unter den Opfern bei Flugzeugabsturz in Nigeria

Beim Absturz eines Passagierflugzeugs nahe der nigerianischen Hauptstadt Abuja sind am Sonntag mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Die Maschine war kurz nach dem Start abgestürzt. Unter den Opfern ist auch der geistliche Führer des Landes.

HB ABUJA. Mindestens 98 der insgesamt 105 Menschen an Bord der Maschine starben bei dem Unglück. Darunter auch Sultan Muhammad Maccido, der geistliche Führer der nigerianischen Muslime, sowie mehrere Politiker aus dem Norden des westafrikanischen Landes. Außerdem wurden sechs Bauern getötet, als die Boeing 737-200 der nigerianischen Fluggesellschaft ADC (Aviation Development Company) auf ihre Felder stürzte.

Der Direktor der Behörde für zivile Luftfahrt, Harold Demuren, sagte der dpa, das 1983 gebaute Flugzeug sei vier Minuten nach dem Start von Abuja ins nordwestlich gelegene Sokoto in Flammen aufgegangen. Es handelte sich um das dritte zivile Flugzeugunglück in Nigeria innerhalb eines Jahres.

Wie es zu dem Unglück kam, war zunächst unklar. Nach dem Besuch der Unglücksstelle zwei Kilometer außerhalb Abujas sagte Minister Malam Nasir al-Rufai der britischen BBC, das Flugzeug sei in einem „beklagenswerten“ Zustand mit abgefahrenen Reifen gewesen. Laut BBC soll es zum Zeitpunkt des Absturzes zudem stürmisch gewesen sein. Nigerias Staatspräsident Olusegun Obasanjo ordnete eine Untersuchung an und rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

Wie die Fluggesellschaft ADC mitteilte, waren an Bord der Maschine 100 Passagiere und 5 Crew-Mitglieder. Der Chefarzt des Nationalen Krankenhauses, Olusegun Ajuwon, sprach von sieben Überlebenden des Unglücks, das Militär hingegen von sechs.

In Nigeria kam es in der Vergangenheit mehrfach zu schlimmen Unglücken im zivilen Luftverkehr. Im Dezember 2005 stürzte eine DC-9 der inländischen Fluglinie Sosoliso beim Landeanflug auf Port Harcourt im Süden Nigerias ab. Nur drei der 110 Insassen überlebten den Absturz. Zwei Monate zuvor war eine Boeing 737 der nigerianischen Fluggesellschaft Bellview Airlines nach dem Start in Lagos abgestürzt, 117 Menschen starben. Zudem starben beim Absturz einer Militärmaschine im September dieses Jahres 14 Menschen, darunter mehrere hochrangige Generäle.

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