Mehr als 130 000 Besucher
Blick hinter die Politik-Kulissen

Mehr als 130 000 Menschen haben das sonnige Wochenende in Berlin zu einem Ausflug ins Kanzleramt, die Bundesministerien und ins Schloss Bellevue genutzt. Unter dem Motto „Einladung zum Staatsbesuch“ hatten die Bürger an zwei Tagen der offenen Tür Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der großen Politik zu werfen.

HB/dpa BERLIN. Zahlreiche Kabinettsmitglieder stellten sich den Fragen ihrer Gäste. Kanzler Gerhard Schröder (SPD) mischte sich am Sonntag im Park des Kanzleramtes unters Volk. Auch in Schloss Bellevue, dem Amtssitz von Bundespräsident Johannes Rau, standen die Türen am Sonntag offen.

Im vergangenen Jahr waren 115 000 Besucher gezählt worden. Besuchermagneten waren auch diesmal das Bundeskanzleramt und das Verteidigungsministerium. Vor dem Kanzleramt bildeten sich lange Schlangen mit Hunderten Besuchern. „Es ist ein einziger Strom von Menschen“, sagte ein Sprecher. Bei Sonnenschein und Temperaturen um die 24 Grad mussten Neugierige zeitweise knapp eine Stunde warten. Schröder präsentierte sich am Nachmittag sichtlich gut gelaunt und verteilte zahlreiche Autogramme.

Neugierig waren die meisten Besucher vor allem auf die Arbeitszimmer der Minister. So wurden die Pfeifen und Mini- Motorräder im Büro von Verteidigungungsminister Peter Struck (SPD) ebenso bestaunt wie die vielen Sparschweine auf dem Schreibtisch von Finanzminister Hans Eichel (SPD).

Die meisten Häuser informierten aber nicht nur über ihre eigene Arbeit, sondern boten auch Konzerte und Ausstellungen als Rahmenprogramm. Das Verteidigungsministerium zeigte Hubschrauber und versorgte die Besucher mit Erbseneintopf aus der Feldküche. Im Kanzlerpark gab es eine historische Kirmes und Gaukler, die vor allem Kindern Abwechslung boten. Im Familienministerium führte Ressortchefin Renate Schmidt (SPD) Kinder persönlich durch ihr Haus. Das Verbraucherministerium informierte nicht nur über ökologisches und gesundes Essen, sondern bot selbiges auch an.

Härter zur Sache ging es bei Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (beide SPD). Sie mussten vor allem zu den aktuellen Reformvorhaben der Bundesregierung - wie der geplanten Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe oder der Ausgliederung des Zahnersatzes aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen - zahlreiche kritische Fragen beantworten.

In Schloss Bellevue konnten Besucher durch eine Ausstellung der Staatsgeschenke spazieren oder im Amtszimmer des Staatsoberhauptes vorbeischauen. Im Schlosspark waren Staatskarossen und ein Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes zu sehen. Auch der Hausherr schaute vorbei und sprach mit Gästen. Auf die Diskussion über die Wahl des Staatsoberhaupts im nächsten Jahr reagierte er gelassen: „Ich finde es richtig, dass es eine Personaldiskussion gibt.“ Ob er für eine weitere Amtszeit kandieren will, ließ Rau weiter offen.

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