Mehr als 20 Tote befürchtet
Hoffnung auf Überlebende nach Grubenunglück in Polen sinkt

Bei einem der schwersten Bergbauunglücke in Polen sind möglicherweise mehr als 20 Kumpel ums Leben gekommen. Fast 24 Stunden nach der Methangasexplosion in der Grube „Halemba“ konnten die Leichen von sechs toten Kumpeln geborgen werden, zu zwei weiteren Toten konnten die Einsatzkräfte noch nicht vordringen. Am Unglücksort tausend Meter unter Tage werden noch 15 Bergleute vermisst. Wegen erneut drohender Explosionsgefahr mussten die Helfer ihre Arbeit wiederholt stundenlang unterbrechen.

dpa WARSCHAU/KATTOWITZ. Die Überlebenschancen der Vermissten wurden von Bergwerkssprecher Zbigniew Madej als zunehmend geringer eingestuft. Nun dürfe das Leben der Helfer nicht gefährdet werden, betonte er. Bundespräsident Horst Köhler sprach dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski am Mittwoch seine Anteilnahme aus.

Die Kumpel waren zum Zeitpunkt der Explosion am Dienstag um 16.00 Uhr in der Steinkohlegrube in Ruda Slaska in Oberschlesien. Von den Vermissten gibt es seither kein Lebenszeichen. Rettungsmannschaften hätten weder Rufe noch Klopfsignale hören können, hieß es. Madej bezeichnete die Lage für Retter wie Verschüttete als „extrem schwierig“. Da bei dem Unglück die Belüftungsanlage zerstört wurde, müsse „mit dem Schlimmsten gerechnet“ werden, sagte er. „Da unten unter Tage ist die Hölle.“ Bei der Explosion sei eine unglaubliche Wucht und Temperaturen bis zu 1 000 Grad entstanden.

Unter Tage herrschten Temperaturen von 30 Grad, zudem erschwerten Staub, Geröll und Gerätetrümmer die Rettungsarbeiten. Wegen der schwierigen Bedingungen könnten die Helfer nur eine halbe Stunde in dem Unglücksschacht bleiben. Den Angaben zufolge wurde das Belüftungssystem provisorisch repariert, um Sauerstoff für die Verschütteten und Einsatzkräfte unter Tage zu pumpen. Nach Ansicht eines Sprechers der Bergwacht besteht „eine gewisse Chance, dass es gelingt, noch jemanden lebend zu finden“.

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