Mehr als 40 Bergleute verschüttet
Erdbeben in südafrikanischer Bergbauregion

Bei einem Erdbeben der Stärke 5,3 auf der Richterskala sind im Nordwesten Südafrikas rund 50 Menschen verletzt worden und mehrere Häuser eingestürzt.

HB JOHANNESBURG. 42 Arbeiter eines Gold-Bergwerkes wurden verschüttet. In einem Wettlauf gegen die Zeit versuchen Kollegen, sich den Verschütteten durch die nach Steinschlag blockierten Stollen zu nähern. „Wir graben und graben„, sagte Bergwerksprecher Ilja Graulich.

Das Epizentrum des Bebens lag rund 160 Kilometer westlich von Johannesburg in der Nordwest-Provinz, nahe dem Ort Stilfontein. „Hier gibt es ein totales Desaster", sagte ein Sprecher der Rettungskräfte im nationalen Rundfunk.

Bereits im November vergangenen Jahres hatte es im gleichen Ort ein Beben der Stärke 4,9 gegeben. Der Wissenschaftler Ian Saunders vom seismologischen Institut in Pretoria schloss einen Zusammenhang mit dem Bergbau in der Region nicht aus. „Möglicherweise handelt es sich um die Reaktivierung einer bestehenden Bruchlinie“, sagte er.

Offiziell ist die Ursache für den auch in Johannesburg noch zu spürenden Erdstoß jedoch noch unklar. Die Schächte von Südafrikas Gold-Bergwerke gehen zum Teil bis zu mehr als drei Kilometer tief ins Erdinnere. Erst am Mittwoch war in einem anderen Bergwerk die Leiche eines Arbeiters 2300 Meter unter der Oberfläche geborgen worden. Gemeinsam mit drei anderen war er bei einem unterirdischen Erdstoß verschüttet und getötet worden. Der Goldbergbau am Kap gilt wegen der schwierigen Umstände beim Abbau des Edelmetalls als riskant. Seit Juni 2004 kamen nach Gewerkschaftsangaben 30 Arbeiter untertage ums Leben.

Südafrika war zuletzt 1969 im Westen des Landes von einem Erdbeben der Stärke 6,1 erschüttert worden. Damals hatte es vor allem im Obstanbaugebiet von Ceres und Tulbagh schwere Schäden gegeben. Die Behörden hatten ihre ersten Prognosen für die Stärke des Bebens am Mittwoch von 5 auf 5,3 erhöht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%