Mehr als 5000 Erdbeben-Tote in Indonesien
„Bitte lasst uns nicht im Stich“

Zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Java ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 5136 gestiegen weiter. Für die Überlebenden wird die Not indes immer größer, weil die dringend benötigten Hilfslieferungen nur langsam eintreffen.

HB YOGYAKARTA. Indonesien hat einen schleppenden Beginn der Hilfslieferungen für die Opfer des Erdbebens auf Java beklagt. Es stünden nicht genug Zelte zur Verfügung, sagte Bambang Susanto Priyohadi von der Provinzregierung von Yogyarkarta am Montag. Auch müssten die Leichen abtransportiert werden. Nach UN-Angaben sind 20 000 Menschen verletzt und 100 000 obdachlos. Das Beben am Samstag mit einer Stärke von 6,3 hatte mindestens 35 000 Häuser zerstört.

Zehntausende Überlebende hatten trotz heftigen Regens die zweite Nacht nach dem Beben im Freien verbracht. Trotz schwindender Chancen, unter den Trümmern noch Überlebende zu finden, setzten Einsatzkräfte und Freiwillige am Montag die Suche nach Verschütteten fort.

Derweil erreichten erste Flüge mit dringend benötigten Hilfslieferungen die Katastrophenregion, nachdem der Flughafen von Yogyakarta teilweise wieder geöffnet wurde. „Seit der Nacht kommt die Hilfe der UN an“, sagte Priyohadi. „Aber es ist zu wenig. Für die zahlreichen Obdachlosen würden mindestens 5000 Zelte benötigt, wir haben aber weniger als 100.“

Zudem hätten die Leichen in den vergangenen zwei Tagen zu verwesen begonnen. Es drohten Seuchen. Hilfsorganisationen zufolge zählen Zelte, aber auch sauberes Trinkwasser zu den wichtigsten Bedürfnissen. „Ich habe gehört, dass Hilfe unterwegs ist“, sagte Sartoyo, der aus einem nahe gelegenen Dorf zum Krankenhaus in Yogyarkarta gekommen war. „Wir brauchen dringend Zelte“, fügte er hinzu. „Bitte lasst uns nicht in Stich.“

Nach wie vor sind die Kliniken in der Region wegen der großen Zahl Verletzter hoffnungslos überfordert. Dort wird zusätzliches Personal benötigt.

Der indonesische Vizepräsident Jusuf Kalla erklärte die Katastrophenregion für mindestens drei Monate zum Notstandsgebiet. Die Regierung werde voraussichtlich umgerechnet 100 Millionen Euro für die Nothilfe und den Wiederaufbau zur Verfügung stellen.

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