Mehr Infizierte
Tödliches Grippevirus breitet sich aus

Die neue Form der Schweinegrippe hat sich am Wochenende weiter ausgebreitet und in Mexiko bereits mehr als 80 Menschen das Leben gekostet. Infektionen mit dem gefährlichen Virus wurden jetzt auch an einer Schule in New York bestätigt. Angesichts des Übergreifens auf die Vereinigten Staaten rief die US-Regierung den öffentlichen Gesundheits-Alarmzustand aus.

MEXICO-STADT/BRÜSSEL/BERLIN. Durch diesen Schritt erhalten die Behörden einfacheren Zugang zu Grippetests und Medikamenten. Heimatschutzministerin Janet Napolitano erklärte vor Journalisten im Weißen Haus, aus den Lagern der Regierung würden rund zwölf Millionen Dosen des Medikamentes Tamiflu freigegeben, so dass die einzelnen US-Staaten sie nötigenfalls erhalten können.

Bei der Ausrufung des Alarmzustandes handele es sich um eine Routinemaßnahme, sagte Napolitano. Zuletzt hatte es beispielsweise eine ähnliche Erklärung während der Überschwemmungen im Mittleren Westen und anlässlich der Amtseinführung von Präsident Barack Obama gegeben.

Das US-Zentrum für Seuchenkontrolle teilte unterdessen mit, inzwischen seien 20 Fälle in insgesamt fünf US-Staaten bestätigt worden, zuletzt in Ohio. Es seien weitere schwere Fälle zu erwarten. Bei dem Erreger handele sich offenbar um eine natürliche Form, es gebe keinen Hinweis auf Terrorismus.

Aus den US-Bundesstaaten Kalifornien, Texas und Kansas wurden am Wochenende insgesamt elf Verdachtsfälle gemeldet. Bei acht Schulkindern in New York wurde ein Influenzavirus nachgewiesen, bei dem es sich nach Ansicht der Behörden vermutlich um die Schweinegrippe handelte. Zuvor hatten rund 100 Schüler im Stadtteil Queens über Symptome wie Fieber, Halsschmerzen und Gliederschmerzen geklagt.

In Neuseeland wurden zehn Schüler behandelt, die sich während einer Mexiko-Reise mit dem Virus angesteckt haben sollen. Die Länder der Europäischen Union sind nach Angaben der EU-Kommission in Brüssel bisher nicht von der Schweinegrippe betroffen.

In der EU sei kein Verdachtsfall aufgetreten, teilte die Kommission am Sonntag mit. Keines der Mitgliedsländer der Gemeinschaft habe einen Verdachtsfall gemeldet. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, eine Reisewarnung für Mexiko bestehe nicht. Man habe aber einen Hinweis auf die Homepage gestellt, der zeitnah aktualisiert werde. EU-Kommission und Auswärtiges Amt erklärten, die Entwicklung in Mexiko werde sehr genau verfolgt. Eine Sprecherin des französischen Gesundheitsministeriums sagte, es gebe zwei unbestätigte Fälle. Nach Angaben des Direktors der Gesundheitsbehörde in Frankreich, Didier Houssin, wurden zwei Personen untersucht, die nach ihrer Rückkehr aus Mexiko grippeähnliche Symptome aufwiesen.

Auch in Deutschland bereiten sich Flughäfen inzwischen auf mögliche Verdachtsfälle bei der Einreise vor. Ein Sprecher des Münchner Airports sagte am Sonntag dem Radiosender „Antenne Bayern“, sollte ein Fluggast oder ein Crew-Mitglied entsprechende Symptome zeigen, werde er dem Medizinischen Dienst zugewiesen und in ein Krankenhaus gebracht. In Deutschland gebe es bereits intensive Kontakte zwischen den Gremien der Bundesländer und dem Robert Koch-Institut, sagte Instituts-Präsident Jörg Hacker am Sonntag.

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