Mehr Nachfrage im Inland
2006 soll den Aufschwung bringen

Fünf lange Jahre dümpelte die deutsche Wirtschaft in der Talsohle, jetzt herrscht endlich wieder Aufbruchstimmung. Auch die Nachfrage im Inland soll wieder anziehen.

HB MÜNCHEN. 2006 kommt der lang ersehnte Aufschwung, da sind sich Konjunkturexperten einig. Um 1,7 Prozent wird die Wirtschaft im neuen Jahr wachsen, prognostizieren das Münchner ifo-Institut und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Mit einem Plus zwischen 1,4 und 1,6 Prozent rechnen andere namhafte Häuser. Zugpferd bleibt der glänzend laufende Export, aber auch im Inland soll die Nachfrage in Schwung kommen.

Es gebe "klare Signale, dass die konjunkturelle Flaute überwunden ist", sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn kurz vor Weihnachten. Im Dezember war die Stimmung in der deutschen Wirtschaft so gut wie zuletzt im Boomjahr 2000. Dies zeigte der ifo-Geschäftsklimaindex, der wichtigste Frühindikator für die Konjunktur in Deutschland.

Der Export werde 2006 um mehr als sieben Prozent zulegen, nachdem er schon 2005 durch die dynamische Weltkonjunktur und den wieder niedrigeren Eurokurs einen enormen Schub erhalten habe, erläuterte Sinn. "Der Superboom in der Weltwirtschaft überträgt sich mit einem Jahr Verzögerung endlich auf Deutschland und Europa." Lokomotive des weltwirtschaftlichen Wachstums sei nicht mehr die USA, sondern Asien, und auch in Europa zögen die Geschäfte an.

Weniger Nachfrage aus dem Ausland befürchtet dagegen die deutsche Industrie, wie aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages unter rund 10 000 Unternehmen hervorgeht. Weil die Inlandsnachfrage nicht für einen Ausgleich sorgen kann, rechnet die Industrie für 2006 nur noch mit einem Wachstum von zwei Prozent.

Der Jobmotor Mittelstand, der wenig exportiert und deshalb auf das Geschäft im Inland angewiesen ist, erwartet dagegen ein besseres Jahr 2006. In der Computer- und Kommunikationsbranche, die als Vorreiter der wirtschaftlichen Entwicklung gilt, rechnen die meisten Betriebe mit mehr Umsatz. Sorgenkind bleibt wohl auch im neuen Jahr der Handel.

Doch selbst der deutsche Einzelhandel erwartet für 2006 wieder steigende Umsätze. "Wir gehen heute unter dem Strich davon aus, dass es 2006 ein kleines Stückchen bergauf gehen könnte", sagte der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, Ende Dezember der Nachrichtenagentur Reuters. Neben den vorgezogenen Käufen wegen der für Anfang 2007 geplanten Mehrwertsteuererhöhung werde der Einzelhandel auch von der Fußball-WM profitieren. "Schon im Weihnachtsgeschäft sind Lizenzartikel, aber auch Elektronik ganz gut gelaufen", erläuterte Pellengahr. Zudem sorgten die optimistischeren Wachstumsprognosen für die Gesamtwirtschaft für bessere Perspektiven am Arbeitsmarkt, was die Menschen wieder mehr Geld ausgeben lassen dürfte. "Deshalb gehen wir inzwischen davon aus, dass es ein leichtes nominales Umsatzplus geben dürfte."

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