Mehr Superreiche weltweit
Zahl der deutschen Millionäre wächst kaum

Die Zahl der Millionäre nimmt in Deutschland nur noch langsam zu. Nach einer Studie von Capgemini und Merrill Lynch kletterte die Anzahl der Dollar-Millionäre vergangenes Jahr um 0,9 Prozent auf insgesamt 767 000. Weltweit wuchs die Schar der „High Net Worth Individuals“ um 6,5 Prozent auf 8,7 Millionen.

rob FRANKFURT. Um von den Vermögensverwaltern als „reich“ eingestuft zu werden, muss das Finanzvermögen ohne Berücksichtigung der eigenen Immobilie mehr als eine Million Dollar betragen.

Als Superreicher gilt, wer über 30 Millionen Dollar auf der hohen Kante haben. Ihre Zahl stieg weltweit sogar um gut zehn Prozent auf 85 400.

Das Vermögen der Dollar-Millionäre nahm im vergangenen Jahr weltweit um 8,5 Prozent auf 33,3 Billionen Dollar zu (siehe: „Das Geld der Reichen“).

Deutsche Millionäre hatten es offensichtlich schwerer, ihr Geld zu vermehren als anderswo. „Wie schon im Vorjahr konnten 2005 trotz positiver Aktienmarktentwicklung und steigender Produktivität kaum neue Vermögen gebildet werden“, sagte Achim Küssner, Deutschland-Chef von Merrill Lynch Investment Managers.

Der Trend zu niedrigeren Wachstumsraten in Deutschland und Europa im Vergleich zum Rest der Welt wird nach Ansicht von Hans-Jürgen Walter, Berater bei Capgemini Deutschland, anhalten. Während die Vermögen weltweit und in Nordamerika um 6,0 sowie um 7,4 Prozent bis zum Jahr 2010 steigen dürften, werden für Europa nur 3,7 Prozent jährlich erwartet. Gerade der Nahe Osten (8,0 Prozent) profitiert von den rasant steigenden Rohstoffpreisen, insbesondere beim Erdöl.

Gleichwohl bleibt der deutsche Markt stark umkämpft. Der Grund: Deutschland liegt auf Rang drei bei den Dollar-Millionären nach den USA mit 2,6 Millionen und Japan mit 1,4 Millionen.

Außerdem werde in den nächsten Jahren viel Geld von den Dollar-Millionären vererbt, urteilt Walter. Nach seinen Angaben sind rund 60 Prozent der Reichen weltweit älter als 56 Jahre. Deutlich über vier Fünftel seien verheiratet und hätten Kinder. Die neue Generation sei global ausgerichtet. Das färbe auch auf die Anlagestrategie ab. Die Loyalität gegenüber einem Vermögensverwalter nehme ab.

Weltweit müssten sich die Finanzdienstleister auf den größten Vermögenstransfer in der Geschichte vorbereiten. Küssner beobachtet bereits heute, dass immer mehr Deutsche Geld ins Ausland transferieren – vor allem nach Hongkong, Singapur und in die Schweiz.

Angesichts der Prognosen geht Capgemini-Berater Walter von einer anhaltenden Konsolidierung bei Vermögensverwaltern und Privatbanken aus. „Kleine Häuser werden Probleme bekommen“, sagt Walter. Zu den führenden Anbietern in Deutschland zählen die Deutsche Bank, Sal. Oppenheim und die Dresdner Bank. Außerdem spielen die Commerzbank, UBS, Credit Suisse und ABN Amro in der ersten Liga mit.

Merrill-Lynch-Manager Küssner meint, dass es schwierig sei, Marktanteile in Deutschland zu gewinnen. Er rechnet mit einem verstärkten Hang zu Kooperationen von deutschen Vermögensverwaltern mit internationalen Anbietern.

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