Mehrere Tote
Erdbeben beschädigt japanisches Atomkraftwerk

Ein Erdbeben der Stärke 6,8 hat am Montag den Nordwesten Japans erschüttert. Dadurch geriet ein Transformator eines Atomreaktors in Brand, Strahlung trat aber nicht aus. Durch einstürzende Häuser wurden mehrere Menschen getötet und Hunderte verletzt.

HB BRISBANE/TOKIO. Die Behörden gaben nach dem Erdstoß vor der Küste Niigatas vorübergehend eine Tsunami-Warnung heraus. Es seien vermutlich kleinere Flutwellen registriert worden, hieß es. Mehrere Nachbeben erschütterten die Region, eines erreichte eine Stärke von 4,2. Das erste Beben war bis in die rund 260 Kilometer entfernte Hauptstadt Tokio zu spüren, wo Gebäude ins Wanken gerieten.

Das japanische Fernsehen berichtete inzwischen von mindestens sechs Todesopfern. Laut dem Sender NHK befinden sich darunter zwei alte Frauen, die in der am stärksten betroffenen Stadt Kashiwazaki unter Trümmern begraben wurden. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich auf mehr als 700, die meisten von ihnen erlitten Brüche und Schnittwunden. Der Erdstoß habe etwa 20 Sekunden angehalten, sagte eine Einwohnerin aus Kashiwazaki. Viele ältere Gebäude in der Stadt wurden dem Erdboden gleichgemacht. Nach Berichten über ein Gasleck sei die Gas- und Wasserversorgung für die 35 000 Haushalte in Kashiwazaki unterbrochen worden, teilten die Behörden mit. In der gesamten Präfektur Niigata waren rund 27 000 Haushalte ohne Strom.

Die Menschen der Region sind nun auch von der Gefahr durch Erdrutsche bedroht. In der Nähe der Stadt Kashiwazaki kam Geröll einen Hang herunter und begrub eine Eisenbahnlinie unter sich. An anderer Stelle stürzte eine Hochautobahn um. Die Mobilfunknetze funktionieren nicht mehr, in den meisten Gegenden fiel der Strom aus und die Stadtwerke haben das Gas abgestellt. Über 2000 Einwohner der stark betroffenen Gegenden sammeln sich derzeit in Notunterkünften. Polizei, Katastrophenkräfte und Militär bauen Lazarettzelte auf und beginnen mit der Suche nach Verschütteten. Ärzte behandeln Verletzte in Turnhallen.

In einer Turnhalle, wo sich rund 200 Sportler für ein Badminton-Turnier beteiligten, stürzte der Zeitung Kyodo zufolge die Decke ein. In Küstennähe waren ein Meter breite Spalten in der Erde zu sehen. Der Flughafen von Niigata wurde dem Bericht zufolge kurzzeitig geschlossen.

Das Zentrum des Erdstoßes um 10.13 Uhr Ortszeit (03.13 Uhr MESZ) lag vor der Küste Niigatas. Die japanischen Behörden gaben seine Stärke mit 6,8 an. Die US-Erdbebenwarte sprach von 6,7.

Im Oktober 2004 ereignete sich in Niigata ein Erdbeben der Stärke 6,8. Damals kamen 65 Menschen ums Leben, mehr als 3 000 wurden verletzt. Im Jahr 1995 wurden bei einem Beben in der Stadt Kobe mehr als 6 400 Menschen getötet.

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