Mensch und Tier leiden unter Hitzewelle
Tote bei Waldbränden in Portugal

Von Polen bis Portugal haben am Dienstag weiter große Waldflächen in Flammen gestanden, und Mensch und Tier litten unter der anhaltenden Hitzewelle in Europa. Die Feuer in Portugal waren so gewaltig, dass sie sogar auf Satellitenbildern aus dem Weltall zu erkennen waren.

Reuters LISSABON. In der Nähe der portugiesischen Stadt Oleiros wurden die Leichen eines Mannes und einer Frau entdeckt. Damit kamen seit Beginn der Brände in Portugal Anfang vergangener Woche elf Menschen in den Flammen ums Leben. In Frankreich bemühten sich hunderte Feuerwehrleute, einen Waldbrand bei Gorges du Tarn im Süden des Landes einzudämmen. „Wir sitzen auf einem Vulkan, der überall jeden Moment hochgehen kann“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Auch in Deutschland stieg die Waldbrandgefahr wegen der anhaltenden Trockenheit, ein Brand in der Nähe von Jüterborg in Brandenburg war am Morgen aber weitgehend gelöscht.

Bei Oleiros rund 170 Kilometer nordöstlich von Lissabon wurden der Nachrichtenagentur Lusa zufolge die Leichen eines 62-jährigen Mannes und einer älteren Frau entdeckt. Der Mann sei offenbar einer Rauchvergiftung erlegen, die Frau sei verbrannt. Die beiden wurden in der Nähe des Brandherdes gefunden.

„Die Wetterbedingungen waren in der vergangenen Nacht günstig, und so ist es uns gelungen, einige Feuer zu löschen“, sagte ein Sprecher des portugiesischen Rettungszentrums. Rund 3400 Feuerwehrleute hätten in der Nacht versucht, die vergleichsweise niedrigen Temperaturen zu nutzen. Doch Tagestemperaturen von 40 Grad und ein Ostwind könnten die Arbeit der Feuerwehr behindern, sagte der Sprecher. Im ganzen Land wurden etwa 70 Brände gezählt. Etwa ein Drittel der Waldfläche Portugals steht in Flammen. Am Montag hatte die Regierung das Land zum Katastrophengebiet erklärt.

Die Gefahr ist überall

In Polen kämpften Feuerwehrleute am Montag gegen 35 Waldbrände. Etwa ein Viertel des Waldbestandes seien in Gefahr, teilten die Behörden mit.

Auch in Frankreich drohten nach den Waldbränden an der französischen Riviera Ende Juli weitere Feuer. „Die Gefahr ist überall“, sagte der Sprecher der Feuerwehr in der südfranzösischen Region Lozere. Im Süden des Landes wurde die Wassernutzung beschränkt. Das französische Wetteramt rechnete damit, dass in den kommenden Tagen die bisherige Rekordtemperatur von 44 Grad von 1923 überschritten wird.

In der Hauptstadt Paris wurden am Dienstag erneut Temperaturen von fast 40 Grad erwartet. Dort drängten sich die Menschen an den Ufern der Seine, die mit weißem Sand, Liegestühlen und Palmen in einen langen Strand mitten in der Stadt verwandelt wurde.

Stromversorgung in Italien eingeschränkt

In Italien musste der nationale Energieversorger die Stromlieferung an industrielle Kunden einschränken. Bereits in den vergangenen Wochen hatte Italien wegen der niedrigen Wasserstände in den Flüssen unter Energiemangel gelitten und Strom aus Frankreich, Slowenien und der Schweiz importiert. Auch in Deutschland arbeiteten mehrere große Atomkraftwerke (AKW) nur noch mit verminderter Leistung. Grund ist der Anstieg der Wassertemperatur der Flüsse, aus denen die AKW ihr Kühlwasser entnehmen.

Im Amsterdamer Zoo erhielten die Schimpansen wegen der Hitze gefrorene Früchte, und die Straußen wurden mit Wasser besprengt, um ihnen etwas Kühlung zu verschaffen. Und in München landete ein völlig entkräfteter Sperber vor einem Geschäft. Passanten fingen den Greifvogel mit einer Pappschachtel ein, die Feuerwehr brachte ihn zu einem Falkner, damit er sich dort erholen konnte.

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