Menschen befürchteten eine Atomkrieg
Die größten Stromausfälle in Nordamerika

Gewaltige Stromausfälle im Nordosten Nordamerikas haben bereits zwei Mal Geschichte geschrieben: 1965 und 1977. Zum ersten „Großen Blackout“ kam es am Abend des 9. November 1965, um 17.27 Uhr.

HB/dpa HAMBURG. Damals fiel - fast wie diesmal - der Strom im gesamten Nordosten der USA und weiten Teilen Kanadas aus. 30 Millionen Menschen saßen im Dunkeln. U-Bahnen hingen in Tunneln fest, Menschen steckten in Aufzügen. Da sich die USA und die Sowjetunion mitten im Kalten Krieg befanden, befürchteten viele Menschen, ein Atomkrieg habe begonnen. Erst 14 Stunden später hatte die besonders betroffene Stadt New York wieder komplett Strom. Die Ursache des Ausfalls wurde sechs Tage später entdeckt: Ein einziges, kaputtes Strom-Relais im kanadischen Ontario hatte den Domino-Effekt ausgelöst.

Zum zweiten „Großen Blackout“ kam es in einer heißen Sommernacht am 13. Juli 1977. Betroffen waren diesmal ausschließlich New York City und Gebiete im Landkreis Westchester, nördlich der Stadt.

Blitzeinschläge während eine Gewitters hatten dort Haupt- Starkstromleitungen außer Gefecht gesetzt. Diesmal reagierten einige New Yorker mit Gewalt: In einzelnen Stadtteilen, wie der Bronx, Queens und Harlem, brachen Unruhen aus. Menschen plünderten Geschäfte. Die Polizei nahm rund 3 800 Menschen fest; mehr als 1 000 Brände brachen aus.

Kleinere Stromausfälle folgten. Im Dezember 1982 versanken die kalifornischen Großstädte San Francisco, Los Angeles und San Diego nach Sturmschäden in Dunkelheit. Auch Disneyland - mit 7 700 Besuchern - und Las Vegas waren ohne Strom. Rund zwei Millionen Haushalte waren mindestens eine Stunde lang betroffen.

Überhitzung und Überlastung von Hochspannungs- Leitungen lösten im August 1996 in neun westlichen Bundesstaaten der USA massive Stromausfälle aus. Fünf Millionen Amerikaner mussten bei Gluthitze von etwa 40 Grad ohne Energie auskommen - bis zu acht Stunden lang.

Der letzte größere Stromausfall befiel Nordamerika schließlich im Dezember 1998: Ein Stromausfall löste in San Francisco das größte Chaos seit dem Erdbeben von 1989 aus. Im Großraum der Stadt waren fast 400



000 Haushalte und Firmen etwa acht Stunden ohne Energie - knapp eine Million Menschen. Ursache war eine Panne bei Wartungsarbeiten.

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