Menschen eingeschlossen
Mehrere Tote bei schwerem Zugunglück in Indien

Ein Passagierzug rast in Indien in einen Güterzug. Durch den Aufprall schieben sich Waggons ineinander. Die Helfer kommen zunächst nicht in die Wagen. Noch immer sind viele Reisende eingeschlossen.
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Neu DelhiEin voll besetzter Expresszug ist im Norden Indiens in einen abgestellten Güterzug gerast. Bei dem Unglück in der Nähe des Bahnhofs Chureb in Uttar Pradesh seien am Montag mindestens elf Menschen gestorben und 105 Menschen verletzt worden, sagte der Polizeichef des Distrikts Sant Kabirnagar, Ratankant Panday. Indische Medien berichteten hingegen, es würden 30 bis 40 Tote befürchtet, allerdings ohne genaue Quellen zu nennen.

Sechs Waggons des Gorakhnath-Expresszuges entgleisten nach Angaben eines Bahnmitarbeiters. Zahlreiche Menschen seien zunächst in den Abteilen eingeschlossen gewesen, berichtete ein Polizist vor Ort.

Erst nach und nach hätten die Helfer die völlig verformten Wagen aufschneiden können; die Arbeiten dauerten am Abend noch an. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Waggons von der Wucht des Aufpralls angehoben worden waren. Sie hingen ineinander verkeilt mehrere Meter über dem Boden.

Offenbar seien die beiden Züge wegen eines Signalfehlers auf das gleiche Gleis geraten, berichtete die indische Agentur IANS. Der Bahnhofsvorsteher von Khalilabad, der dem Passagierzug grünes Licht gegeben haben soll, sei untergetaucht. Die Zeitung „Times of India“ berichtete online, zuerst sei der Expresszug entgleist und dadurch gegen den Güterzug auf dem Nebengleis geknallt.

Sowohl Premierminister Narendra Modi als auch Präsident Pranab Mukherjee sprachen den Angehörigen der Toten ihr Beileid aus. Er bete mit den Verletzten, schrieb Modi auf Twitter kurz vor seiner Vereidigung als Regierungschef. Laut lokalen Medien sollten die Angehörigen der Toten umgerechnet etwa 1250 Euro Entschädigung enthalten, die Verletzten 125 bis 625 Euro.

Der Passagierzug war auf dem Weg von der Hauptstadt Neu Delhi nach Gorakhpur, einem Distrikt an der Grenze zu Nepal. Indien hat eines der längsten Schienennetze der Welt, jeden Tag fahren mehr als 20 Millionen Menschen mit den Zügen. Dabei ereignen sich jedes Jahr schwere Unfälle mit vielen Toten. Erst Anfang des Monats starben 18 Menschen, als ein Zug in der Nähe von Mumbai entgleiste.

Außerdem starben bei einem Busunfall im Himalaya-Gebirge acht Frauen und zwei Kinder, wie die Agentur IANS berichtete. 40 Menschen seien verletzt worden, als der Bus in Himachal Pradesh von der Straße abkam und in ins Tal rollte. Die Unglücksursache blieb zunächst unklar.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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