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„Kannibale" muss wegen Totschlags ins Gefängnis

Der „Kannibale von Rotenburg“ Armin Meiwes ist am Freitag in Kassel zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht folgte in seinem Urteil dabei weder der Argumentation der Verteidigung noch der Staatsanwaltschaft. Rechtsexperten zeigen sich überrascht.

HB KASSEL/KARSLRUHE. Die Staatsanwaltschaft hatte Armin Meiwes angeklagt, im März 2001 einen Berliner Ingenieur aus sexuellen Motiven und mit dessen Einverständnis verstümmelt und dann ermordet zu haben. Danach habe Meiwes die Leiche zerlegt und das Fleisch zum großen Teil aufgegessen. Der 42- Jährige hatte die grausige Tat mit einer Videokamera festgehalten.

Während die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft wegen Lustmord gefordert hatte, wollte die Verteidigung eine Verurteilung wegen Tötung auf Verlangen. Das Landgericht Kassel sprach den Angeklagten am Freitag des Totschlags schuldig. Meiwes nahm das Urteil völlig ruhig und ohne äußere Regung auf. Bei guter Führung kann der „Kannibale" trotz seiner von einem Gutachter festgestellten Rückfallgefahr in viereinhalb Jahren aus der Haft entlassen werden.

Eine Einweisung des Kannibalen in die Psychiatrie schied aus, da zwei Gutachter ihn trotz einer seelischen Abartigkeit für voll schuldfähig befunden hatten. Der sexuell gestörte Kannibale hatte Erregung nur bei der Vorstellung gespürt, Männern zu zerlegen.

Die Staatsanwaltschaft kündigte unmittelbar nach dem Urteil Revision an. Verteidiger Harald Ermel äußerte sich dagegen mit dem Urteil zufrieden: „Mitte 2008 ist er wieder draußen.“ Ermel gab sich überzeugt: „Meiwes wird es mit Sicherheit nicht wieder machen, er ist geläutert.“ Sein Mandant habe angekündigt, sich therapieren zu lassen.

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