Merkel eröffnet Berliner Hauptbahnhof
Premiere mit kleinen Pannen

Berlin hat fast 17 Jahre nach dem Fall der Mauer einen zentralen Hauptbahnhof. Mit einem symbolischen Knopfdruck haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bahnchef Hartmut Mehdorn Europas größten und modernsten Kreuzbahnhof eröffnet – allerdings mit kleinen Pannen.

HB BERLIN. Genau in dem Augenblick, in dem Merkel und Mehdorn auf den symbolischen Knopf zur Eröffnung des neuen Hauptbahnhofes drückten, fiel in Teilen der neuen Glaspalastes der Strom aus. Bildschirme und Anzeigetafeln, auf denen der historische Augenblick übertragen werden sollte, blieben dunkel. Das Mikrofon des Moderators der Eröffnungs- Show, Cherno Jobatey, funktionierte nicht mehr. Dem Vernehmen nach soll eine Sicherung ausgefallen sein.

Der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber beschwichtigte die Anwesenden. Es sei die zweite große Veranstaltung in jüngster Zeit, bei der er gewesen und bei der der Strom ausgefallen sei. Das sei kein schlechtes Zeichen.

Merkel wurden unterstützt von Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), EU- Kommissar Günter Verheugen und Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Der gläserne Bahnhof sei ein aufgeschlossenes Gebäude und damit ein Zeichen für die Wandlung Deutschlands, sagte die Bundeskanzlerin am Freitag in der Eingangshalle des neuen Zentralbahnhofs. „Ich bin beeindruckt“, sagte die Kanzlerin zur Architektur der Station.

»  Bilder des Berliner Hauptbahnhofes und seiner Eröffnungsfeier

Merkel bekannte sich in ihrer Rede klar zu einer Privatisierung der Bahn. Die Bundesregierung werde alles daran setzen, dass der Prozess der Bahnreform nicht stecken bleibe, sagte sie. Mit Bundestag und Bundesrat würden Form und Zeitpunkt der Privatisierung besprochen, „die nicht nur kommen soll, sondern kommen muss“. Die Bahn müsse für eine führende Rolle im europäischen Verkehrsmarkt fit gemacht werden.

„Die Schiene soll ein leistungsfähiger Verkehrsträger erster Güte werden“, betonte die Kanzlerin. Bahnchef Hartmut Mehdorn sprach von einem handwerklichen Meisterwerk. „Heute ist ein großer, langersehnter Tag der Deutschen Bahn AG“, sagte Mehdorn. „Er hat auch sehr viel Geld gekostet“, räumte er ein. Allerdings hätten Verkehrsminister über ein Jahrzehnt an dem Projekt festgehalten.

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Verheugen, bezeichnete die Debatte, ob das Gleisnetz vom bundeseigene Konzern getrennt werden sollte, als nationale Entscheidung, aus der sich Brüssel heraushalte. Die bestehende Konzernstruktur mit Netz sei mit EU-Recht vereinbar. Bahnchef Mehdorn nannte den neuen Hauptbahnhof ein Symbol für die Überwindung der deutschen Teilung. Von der Station auf dem einstigen Grenzstreifen zwischen Ost und West könnten nun Fahrgäste in alle Richtungen reisen. Die Bahn könne sich „gut vorstellen, eines Tages mit unserer Konzernzentrale hier zu leben“, sagte er mit Blick auf das Areal am Regierungsviertel. Bürgermeister Wowereit begrüßte dies: „Wir freuen uns darauf.“

Mit einer großen Lichtshow begann dann am späten Abend die Party zur Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofs begonnen. Bei dem Spektakel mit Musik erstrahlte der gläserne Bau in vielen Farben. Lichtdesigner nutzen dafür Laser, Hunderte Scheinwerfer und Tausende pyrotechnische Effekte. Auch Züge wurden für die Inszenierung mit dem Titel „Willkommen in Berlin“ illuminiert.

Nach der Lichtshow steht der neuen Bahnhof bis 3.00 Uhr früh zur Erkundung offen. Neben der oberirdischen und unterirdischen Bahntrasse bietet er ein Einkaufszentrum mit 80 Läden. Das Eröffnungsfest wird am Samstag von 10.00 Uhr an mit einem Tag des Bahnhofs fortgesetzt.

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