Messe mit 200 000 Menschen
Papst fordert Toleranz vor dem Heiligen

Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag sein Besuchsprogramm in Bayern fortgesetzt. Rund 250 000 Menschen kamen zum Gottesdienst auf das Gelände der Neuen Messe in München.

HB MÜNCHEN. Beim ersten Höhepunkt des sechstägigen Aufenthalts in seiner Heimat fand das Kirchenoberhaupt aber auch scharfe Worte. Der Papst beklagte eine um sich greifende Verachtung des Glaubens in der westlichen Welt. Die Menschen in Deutschland und Europa rief er in seiner Predigt auf, Gott verstärkt zum Zentrum ihres Lebens zu machen.

Die Messe auf dem Münchner Messegelände fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Mit dem Papamobil fuhr Benedikt bei strahlendem Sonnenschein durch die Reihen der Pilger, die schon seit der Nacht auf den Beinen waren. Wie schon bei seiner Ankunft am Samstag in der Münchner Innenstadt riefen die Gläubigen „Benedetto, Benedetto“ und schwenkten gelb-weiße Fahnen.

Der Gottesdienst war die größte Veranstaltung mit dem Papst im Erzbistum München und Freising, das Joseph Ratzinger von 1977 bis zu seinem Wechsel in den Vatikan 1982 leitete. Der Papst zelebrierte die Messe auf einem erhöhten Altarpodest, das ein 22 Meter hohes Zeltdach überspannte. Weithin sichtbar war das älteste monumentale lebensgroße Kruzifix der Welt aus den Jahren 890/900 aus dem bayerischen Enghausen, das über dem Stuhl des Papstes angebracht war.

Mehr als 3000 Sicherheitskräfte waren auf dem 62 000 Quadratmeter großen Areal im Einsatz. Wegen der strengen Bestimmungen durften die Teilnehmer keine Klappstühle, Hocker oder Glasflaschen mitbringen. Da zahlreiche U- und S-Bahnstationen gesperrt wurden, mussten sie zum Teil lange Fußwege in Kauf nehmen. Im Vorfeld waren 250 000 Karten vergeben worden, mehrere tausend Zuschauer verfolgten die Messe nach Angaben der Polizei darüber hinaus von einem nahe gelegenen Hügel aus. Das befürchtete Verkehrschaos blieb trotz zeitweiser Sperrung der Autobahn aus.

An der Messe nahmen unter anderem Bundespräsident Horst Köhler und der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber teil. Dem in ein grünes Messgewand gekleideten Papst standen 60 Bischöfe und Kardinäle verschiedener Nationen zur Seite.

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