Messerattacke in München
Mutmaßlicher Messerstecher wohl psychisch krank

In München hat ein Mann mehrere Passanten angegriffen und acht mit einem Messer verletzt. Die Polizei nahm einen Tatverdächtigen bereits fest. Auf einen terroristischen Hintergrund gibt es keine Hinweise.
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Kurz nach mehreren Messerattacken in München hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann soll am Morgen an sechs Tatorten in der bayerischen Hauptstadt mehrere Menschen mit Messern angegriffen haben, acht wurden verletzt. Der Mann sei um 11.30 Uhr in der Nähe der Ottobrunner Straße gefasst worden, die Beschreibung habe auf ihn gepasst, sagte ein Polizeisprecher am Mittag.

Nach der Festnahme gab die Polizei Entwarnung. „Es besteht keine Gefahr mehr“, twitterten die Beamten am Samstagmittag. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand bleibt der Festgenommene dringend tatverdächtig.“

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 33 Jahre alten Mann. Wie die Polizei am Samstag weiter mitteilte, ist er deutscher Staatsbürger und in München gemeldet. Die Polizei geht davon aus, dass die Taten aus einer psychischen Störung heraus begangen wurden. Der Mann mache keine Angaben, hieß es. Er sei in der Vergangenheit wegen gefährlicher Körperverletzung schon polizeilich in Erscheinung getreten.

Bei den Opfern handele es sich um sechs Männer, einen zwölf Jahren alten Jungen sowie um eine Frau, teilte die Polizei mit. Alle seien Zufallsopfer des Angreifers gewesen. Bei den männlichen Opfern handele es sich um fünf Deutsche, einen Rumänen und einen Italiener, die ebenfalls attackierte Frau sei eine Deutsche. Alle wurden ambulant ärztlich versorgt.

Der Mann habe zunächst versucht zu fliehen, wurde aber dennoch gefasst. Bei den Angegriffenen soll es sich um fünf Männer und eine Frau handeln. Der Mann habe seine Opfer wahllos ausgesucht, erklärte die Polizei. Die Verletzten erlitten Stiche und wurden geschlagen. Ob der Festgenommene auch wirklich der Täter sei, müsse noch geklärt werden. Über die Festnahme hatte zuerst „Bild.de“ berichtet.

Nach den Worten von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) handelte der Angreifer aus heiterem Himmel und mit handfester Gewalt. Der Angreifer sei wahllos mit einem Messer auf Passanten losgegangen, sagte Herrmann am Samstag nach einem Treffen der Unionsspitze zu den Jamaika-Sondierungen in Berlin. Es sei Großalarm ausgelöst worden.

Zur Zahl der Verletzten - und dazu, wie schwer diese verletzt wurden - gab es zunächst unterschiedliche Informationen. Nach ersten Angaben der Polizei vom Samstagmittag wurden bei den Angriffen fünf Menschen leicht verletzt. Herrmann sagte hingegen, ein Opfer habe schwere Verletzungen erlitten.

Einem Spezialeinsatzkommando sei es nach intensiver Fahndung gelungen, den Täter festzunehmen. Weitere Hintergründe müssten noch ermittelt werden. Diese sowie ein mögliches Motiv des Täters waren auch nach der Festnahme zunächst völlig unklar. Auch zum Tatverdächtigen gab es vorerst keine näheren Informationen.

Nach den Angriffen hatte die Polizei Anwohner dazu aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben, Menschen sollten den Tatort meiden. In München waren viele Menschen schnell alarmiert und fühlten sich an den Amoklauf vom Juli 2016 erinnert. Damals hatte ein 18-Jähriger neun Menschen erschossen. Am Samstag meldeten sich unter dem Twitter-Hashtag #Rosenheimerplatz schnell Anwohner und besorgte Bürger.

Die Fahndung nach dem Täter konnte womöglich erleichtert werden, da auf der S-Bahn-Stammstrecke in der Münchner Innenstadt seit dem späten Freitagabend für rund 54 Stunden keine Züge fahren. Der Angreifer hatte also keine Möglichkeit, mit der S-Bahn zu flüchten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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