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Meteoriten-Einschlag: Etwa 1000 Menschen verletzt

Erst Lichtblitze, dann eine gewaltige Druckwelle. Scheiben zerbersten, Dächer werden abgedeckt. Am Ende sind etwa 1000 Menschen verletzt. Der Absturz eines Meteoriten hat in Russland massive Schäden angerichtet.

MoskauBeim spektakulären Absturz eines Meteoriten am russischen Uralgebirge sind etwa 1000 Menschen verletzt worden, darunter mehr als 200 Kinder. Nie zuvor wurde in der Geschichte der Menschheit ein so folgenschwerer Einschlag eines Meteoriten dokumentiert. Die Explosion des tonnenschweren Himmelskörpers verursachte eine massive Druckwelle, die in der etwa 1500 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Region Tscheljabinsk erhebliche Verwüstungen anrichtete.

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Verletzte bei Meteoriteneinschlägen nur selten

  • April 2012

    Ein in vielen Farben leuchtender Feuerball und Explosionsgeräusche schrecken die Menschen im Westen der USA auf. Der Meteorit ist Augenzeugen zufolge zwischen dem Norden des Bundesstaats Nevada bis südlich nach Las Vegas und westlich bis an die Küste Kaliforniens zu sehen. Der 40 Tonnen schwere Brocken rast mit 103 000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre. Bereits rund 48 Kilometer über der Erdoberfläche zerbricht er, niemand kommt zu Schaden.

  • Oktober 2006

    In einem Schrebergarten in Troisdorf bei Bonn brennt eine Laube aus. Als wahrscheinlichste Ursache gilt nach Angaben der Ermittler der Einschlag eines kleinen Meteoriten. Zeugen hätten zuvor eine ungewöhnliche Leuchterscheinung am Himmel beobachtet, heißt es. Ein 77-Jähriger erleidet Brandverletzungen, das Gestein wird aber nie gefunden.

  • Dezember 2004

    Ein heftiger Knall schreckt die Einwohner der indonesischen Hauptstadt Jakarta auf. Das explosionsartige Geräusch stammte nach Angaben des Geophysikalischen Instituts in der Provinz West-Java von einem Meteoriten, der in der Region niederging. Zeugen hatten ein weißglühendes Objekt am Himmel gesehen. Nach Angaben der Polizei wird niemand verletzt.

  • Juni 2004

    Ein 1,3 Kilogramm schwerer Meteorit schlägt in ein Wohnhaus nahe der neuseeländischen Stadt Auckland ein. Der Brocken landet auf einem Sofa, niemand kommt zu Schaden.

  • September 2003

    Beim Einschlag eines Meteoriten im ostindischen Bundesstaat Orissa werden drei Menschen verletzt und zwei Häuser zerstört. Der Himmelskörper habe den Himmel erleuchtet und damit Panik ausgelöst, berichten indische Medien. Viele Menschen fliehen aus Angst.

  • April 2002

    Nur sechs Kilometer vom Märchenschloss Neuschwanstein entfernt stürzt ein rund 1,75 Kilogramm schwerer Meteorit nahe Füssen (Bayern) in den Schnee. Er ist Teil eines größeren Himmelskörpers, der als helle Erscheinung gesichtet worden war. Experten schätzen das Alter des „Neuschwanstein-Meteoriten“ auf 47 Millionen Jahre. Ein weiterer Teil wird ein Jahr später im Allgäu entdeckt.

  • Juni 1996

    Ein zwanzig Kilogramm schwerer Meteorit stürzt auf einen Bauernhof in der nordwestindischen Stadt Jaipur im Bundesstaat Rajasthan. Nach Medienangaben wird niemand verletzt. Die Dorfbewohner waren durch ein donnerartiges Krachen und Blitze aufgeschreckt worden.

  • März 1988

    Ein Meteorit kracht in Trebbin nahe Potsdam in ein Gewächshaus. Mitarbeiter der Gärtnerei sammeln 16 Bruchstücke mit einem Gesamtgewicht von gut einem Kilogramm ein.


Die meisten Opfer in den sechs betroffenen Orten wurden nach Behördenangaben von Splittern eingedrückter Fensterscheiben verletzt. Mehr als 40 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden, zwei von ihnen hatten schwere Verletzungen erlitten. Das Unglück hat nach Angaben von Weltraumexperten nichts mit dem Asteroiden „2012 DA14“ zu tun, der am Freitagabend nur knapp an der Erde vorbeirasen sollte.

Der Meteorit hatte nach Expertenschätzung einen Durchmesser von bis zu vier Metern und war etliche Tonnen schwer. Er raste vermutlich mit extrem hoher Geschwindigkeit Richtung Erde. Nach Eintritt in die Atmosphäre dürfte das kosmische Geschoss mit einer gewaltigen Druckwelle explodiert sein. Atomanlagen in der Gegend seien aber nicht betroffen, hieß es.

Der fliegende Meteorit am Himmel. Quelle: dpa
Der fliegende Meteorit am Himmel. Quelle: dpa

„Das war ein großer Feuerball, der dann runterfiel. Das Ganze dauerte ein paar Sekunden“, sagte ein Bewohner der Region der Agentur Itar-Tass. Augenzeugen berichteten von Lichtblitzen, Explosionen und Rauchwolken am Himmel. Viele dachten demnach, ein Flugzeug sei explodiert. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Menschen, die panikartig ihre Häuser verließen und aus Schnittwunden bluteten.

An der möglichen Absturzstelle am Ufer des Tschebarkul-Sees rund 80 Kilometer westlich von Tscheljabinsk entdeckten die Behörden einen etwa sechs Meter breiten Krater. Soldaten hätten den Bereich an dem zugefrorenen Gewässer abgesperrt, sagte Oberst Jaroslaw Roschtschupkin vom Zentralen Wehrbezirk. Es sei keine erhöhte Strahlung gemessen worden. Einsatzkräfte berichteten von zahlreichen etwa einen Zentimeter großen Splittern in der Nähe des Kraters.

  • 16.02.2013, 11:14 UhrTigon

    Die Überschrift der Seite 2 des Artikels ist wohl auch nicht richtig, es soll doch heißen "Er wird die Erde NICHT treffen", oder?

  • 15.02.2013, 17:23 UhrOberstJodel

    Wieso schlagen solche Dinger eigentlich immer irgendwo im Niemandsland ein?

    Ein Arschtritt aus dem All für den Homo Sapiens wäre nicht verkehrt.

  • 15.02.2013, 15:28 Uhrtomtom

    @Redaktion: Bitte die Schlagzeile auf der Homepage auch noch ändern, da steht immer noch "Fast 1000 Todesopfer". Merkt das bei Ihnen denn keiner?

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