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Meteoriteneinschlag: Das große Aufräumen nach der Katastrophe

Die Bilanz des Meteoriteneinschlags in Russland ist verheerend: etwa 1200 Verletzte, fast 5000 beschädigte Gebäude. Bei Temperaturen um die minus 20 Grad laufen nun die Aufräumarbeiten.

Der fliegende Meteorit am Himmel. Quelle: dpa
Der fliegende Meteorit am Himmel. Quelle: dpa

MoskauZwei Tage nach dem Meteoriteneinschlag in Russland haben Tausende Einsatzkräfte bei eisiger Kälte die Aufräumarbeiten in der betroffenen Region Tscheljabinsk am Uralgebirge fortgesetzt. An mehr als 1.700 der fast 5.000 beschädigten Gebäude des Gebiets seien Verglasungsarbeiten erledigt worden, teilte die regionale Zivilschutzbehörde am Sonntag mit. Demnach waren zur Beseitigung der Schäden nach dem Einschlag des Himmelskörpers vom Freitag weiter rund 24.000 Menschen im Einsatz - bei Temperaturen um die minus 20 Grad.

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Nach Angaben der Gesundheitsbehörden suchten erneut rund 90 Menschen nach der Naturkatastrophe medizinische Hilfe. Angaben zu den Beschwerden machten die Mediziner zunächst nicht. Die Zahl der Verletzten wurde nun mit 1.240 angegeben, wie die Agentur Itar-Tass meldete. Demnach lagen in dem Gebiet, dessen Zentrum die Millionenstadt Tscheljabinsk ist, noch 40 Menschen in Krankenhäusern.

Verletzte bei Meteoriteneinschlägen nur selten

  • April 2012

    Ein in vielen Farben leuchtender Feuerball und Explosionsgeräusche schrecken die Menschen im Westen der USA auf. Der Meteorit ist Augenzeugen zufolge zwischen dem Norden des Bundesstaats Nevada bis südlich nach Las Vegas und westlich bis an die Küste Kaliforniens zu sehen. Der 40 Tonnen schwere Brocken rast mit 103 000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre. Bereits rund 48 Kilometer über der Erdoberfläche zerbricht er, niemand kommt zu Schaden.

  • Oktober 2006

    In einem Schrebergarten in Troisdorf bei Bonn brennt eine Laube aus. Als wahrscheinlichste Ursache gilt nach Angaben der Ermittler der Einschlag eines kleinen Meteoriten. Zeugen hätten zuvor eine ungewöhnliche Leuchterscheinung am Himmel beobachtet, heißt es. Ein 77-Jähriger erleidet Brandverletzungen, das Gestein wird aber nie gefunden.

  • Dezember 2004

    Ein heftiger Knall schreckt die Einwohner der indonesischen Hauptstadt Jakarta auf. Das explosionsartige Geräusch stammte nach Angaben des Geophysikalischen Instituts in der Provinz West-Java von einem Meteoriten, der in der Region niederging. Zeugen hatten ein weißglühendes Objekt am Himmel gesehen. Nach Angaben der Polizei wird niemand verletzt.

  • Juni 2004

    Ein 1,3 Kilogramm schwerer Meteorit schlägt in ein Wohnhaus nahe der neuseeländischen Stadt Auckland ein. Der Brocken landet auf einem Sofa, niemand kommt zu Schaden.

  • September 2003

    Beim Einschlag eines Meteoriten im ostindischen Bundesstaat Orissa werden drei Menschen verletzt und zwei Häuser zerstört. Der Himmelskörper habe den Himmel erleuchtet und damit Panik ausgelöst, berichten indische Medien. Viele Menschen fliehen aus Angst.

  • April 2002

    Nur sechs Kilometer vom Märchenschloss Neuschwanstein entfernt stürzt ein rund 1,75 Kilogramm schwerer Meteorit nahe Füssen (Bayern) in den Schnee. Er ist Teil eines größeren Himmelskörpers, der als helle Erscheinung gesichtet worden war. Experten schätzen das Alter des „Neuschwanstein-Meteoriten“ auf 47 Millionen Jahre. Ein weiterer Teil wird ein Jahr später im Allgäu entdeckt.

  • Juni 1996

    Ein zwanzig Kilogramm schwerer Meteorit stürzt auf einen Bauernhof in der nordwestindischen Stadt Jaipur im Bundesstaat Rajasthan. Nach Medienangaben wird niemand verletzt. Die Dorfbewohner waren durch ein donnerartiges Krachen und Blitze aufgeschreckt worden.

  • März 1988

    Ein Meteorit kracht in Trebbin nahe Potsdam in ein Gewächshaus. Mitarbeiter der Gärtnerei sammeln 16 Bruchstücke mit einem Gesamtgewicht von gut einem Kilogramm ein.


Ihre Suche nach Überresten des Himmelskörpers haben die russischen Behörden am Sonntag eingestellt. Die im zugefrorenen Tschebarkul-See nahe der betroffenen Stadt Tscheljabinsk eingesetzten Taucher seien abgezogen worden, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums in Moskau. Die Taucher hatten dort nach Teilen des am Freitag niedergegangenen rund zehn Tonnen schweren Meteoriten gesucht. Ein Loch im Eis von etwa acht Metern Durchmesser sei aber offenbar nicht auf den Meteoriten zurückzuführen, sagte der Sprecher.

Den Ministeriumsangaben zufolge sollen sich alle Helfer nun auf die am Samstag begonnen Aufräumarbeiten in Tscheljabinsk konzentrieren. Über der mehr als eine Million Einwohner zählenden Stadt und der gleichnamigen Region war der Meteorit mit einem grellen Blitz und einer Druckwelle explodiert. Am Sonntag lagen weiterhin etwa 40 Menschen in Krankenhäusern.

Die Explosion des Meteoriten über Tscheljabinsk gilt als einer der einschneidendsten kosmischen Vorfälle in Russland seit dem sogenannten Tunguska-Ereignis im Jahr 1908. Damals wurde Sibirien von einer heftigen Explosion erschüttert, die Wissenschaftler auf einen Asteroiden oder Kometen zurückführten.

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