Meter hohe Flutwellen befürchtet
Schweres Seebeben vor Japan

Ein Erdbeben der geschätzten Stärke von 8,1 hat am Mittwoch die Region vor der Nordküste Japans erschüttert. Die japanischen Behörden forderten die Anwohner entlang der Pazifikküste sowie der nördlichen Hauptinsel Hokkaido auf, sich in Sicherheit zu bringen. Auch die Bewohner an der russischen Küste wurden vor Flutwellen gewarnt. Letztlich kamen die meisten Menschen aber wohl mit einem Schrecken davon.

HB TOKIO. Gegen 13.10 Uhr MEZ traf eine 40 Zentimeter hohe Welle auf Hokkaido ein. Der zuerst befürchtete Tsunami blieb damit erst einmal aus. Zunächst gab es keine Angaben über Schäden oder Verletzte. Wie Bewohner Hokkaidos berichteten, waren auf der Insel wenige oder gar keine Beben zu spüren. Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Behörden 27,7 Kilometer unterhalb des Meeresgrundes. Die ausgesprochenen Warnungen galt unter anderem auch für die Insel Wake, die zu den USA gehört.

Die schwachen Tsunami-Wellen trafen die Hafenstadt Nemuro auf der Insel Hokkaido. Die Behörden warnten, im Lauf des Tages könnten größere Wellen folgen. Sie hatten zwei Meter hohe Flutwellen im Norden und Osten des Landes befürchtet. Die Bewohner der betroffenen Gebiete wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Züge auf Hokkaido sollten sicherheitshalber an Bahnhöfen halten. Das Büro von Ministerpräsident Shinzo Abe richtete einen Krisenstab ein.

Auch Russische Einsatzkräfte auf der im Osten gelegenen Insel Sachalin waren in höchster Alarmbereitschaft. Die Betreiber des milliardenschweren Öl- und Gasprojekts vor Ort zeigten sich aber unbesorgt. Sachalin 2 sei nicht betroffen. „Sachalin ist ein Erdbeben gefährdetes Gebiet. Das wurde seit Beginn des Projekts beachtet“, sagte ein Sprecher des Konsortiums, an dem auch Royal Dutch Shell beteiligt ist.

Tsunami-Wellen sind auf offener See oft kaum zu bemerken, können aber verheerende Schäden anrichten, sobald sie die Küste erreichen. Ein Beben der Stärke 9,1 vor der Küste Indonesiens hatte am 26. Dezember 2004 einen Tsunami ausgelöst, der mindestens 213 000 Menschen in elf Ländern das Leben kostete.

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