Mexikanischer Drogenboss
USA setzen Kopfgeld auf „El Chapo“ aus

Fünf Millionen Dollar Kopfgeld auf „El Chapo“: Die USA wollen den flüchtigen Drogenboss schnappen und haben seine Auslieferung beantragt. Derweil sorgt „El Chapo“ selbst für den Fall seiner Festnahme schon einmal vor.
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Washington/Mexiko-StadtNach dem spektakulären Gefängnisausbruch von Joaquín „El Chapo“ Guzmán haben die USA ein Kopfgeld auf den mexikanischen Drogenboss ausgesetzt. Bis zu fünf Millionen US-Dollar (4,6 Millionen Euro) würden für Hinweise gezahlt, die zur Festnahme des Verbrechers führten, teilte die Antidrogenbehörde Dea am Mittwoch mit. Sie richtete zudem eine eigene Telefonnummer und E-Mail-Adresse für Anzeigen ein.

„Joaquín „El Chapo“ Guzmán hat in den USA und Mexiko Leben zerstört und seine Festnahme hat für die Dea hohe Priorität“, sagte der kommissarische Behördenchef Chuck Rosenberg. „Seine Flucht stellt eine Gefahr für die Sicherheit beider Länder dar.“ Für den Fall einer Festnahme haben die Vereinigten Staaten seine Auslieferung beantragt.

Für den Fall seiner erneuten Festnahme sorgt „El Chapo“ derweil schon einmal vor. Seine Anwälte legten Einspruch gegen die drohende Auslieferung des Kartell-Chefs an die USA ein, wie die Justizbehörden am Freitag mitteilten. Zuvor hatte ein Bundesrichter den Auslieferungsantrag der Vereinigten Staaten genehmigt und einen Haftbefehl gegen „El Chapo“ ausgestellt.

In den USA liegen mehrere Haftbefehle wegen Drogenhandels gegen ihn vor. Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft setzte ein Kopfgeld in Höhe von 60 Millionen Pesos (etwa 3,4 Millionen Euro) auf ihn aus. Tausende Soldaten und Polizisten suchen den Chef des Sinaloa-Kartells im ganzen Land.

Guzmán war am 11. Juli durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel aus einem Hochsicherheitsgefängnis im Zentrum Mexikos geflohen. Der Fall rückte die verbreitete Korruption und den weitreichenden Einfluss der mexikanischen Verbrechersyndikate in den Fokus: Für seinen Coup muss der Chef des Drogenkartells von Sinaloa Helfer innerhalb und außerhalb des Gefängnisses gehabt haben.

Eine große Mehrheit der Mexikaner glaubt, dass beim spektakulären Gefängnisausbruch Staatsbedienstete beteiligt gewesen sind. In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Zeitung „Reforma“ sagten 87 Prozent der Befragten, der Chef des Drogenkartells von Sinaloa habe bei seiner Flucht Unterstützung von Beamten gehabt. Die Reaktion der Regierung auf den Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis vor knapp drei Wochen bewerteten 79 Prozent als schlecht.

Angesichts des peinlichen Vorfalls gab auch die Zustimmung zur Arbeit der Regierung insgesamt weiter nach. 64 Prozent zeigten sich unzufrieden mit der Politik von Präsident Enrique Peña Nieto. Bei der letzten Umfrage im März hatte die Ablehnung noch bei 57 Prozent gelegen. Besonders schlecht wurden die Leistungen im Kampf gegen Korruption und organisiertes Verbrechen bewertet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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