Mexiko jagt „El Chapo“ Drogenboss auf der Flucht zu alter Macht

Mexiko jagt einen Mann: Drogenbaron Joaquín „El Chapo“ Guzmán. Hat der flüchtige Kartellchef erst seinen Herrschaftsbereich erreicht, erlangt er all seine Macht wieder. Nachbar USA zeigt sich derweil verärgert.
Update: 14.07.2015 - 10:31 Uhr Kommentieren

Spektakuläre Flucht: Drogenboss entkam durch 1,5-Kilometer-Tunnel

Mexiko-StadtEl Altiplano soll eines der sichersten Gefängnisse Mexikos sein. Hinter dicken Mauern, umgeben von Wachtürmen, Gittern, Stacheldraht und bewacht von Hunderten Wärtern sitzt in der Haftanstalt die Spitze der mexikanischen Unterwelt ein: Servando Gómez Martínez alias „La Tuta“ von den Tempelrittern, der frühere Chef des Verbrechersyndikats „Los Zetas“, Miguel Treviño Morales, und Miguel Ángel Félix Gallardo vom Guadalajara-Kartell. Der prominenteste Häftling, Joaquín „El Chapo“ Guzmán, spazierte am Wochenende durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel in die Freiheit.

Für seinen spektakulären Ausbruch war der Chef des mächtigen Drogenkartells von Sinaloa auf zahlreiche Helfer angewiesen. Der Coup zeigt, wie weit sein Arm auch noch aus dem Gefängnis reichte und wie korrupt die Sicherheitskräfte des Landes anscheinend sind. „Er hat alles Geld der Welt und viele Leute, die bereit sind, ihm zu helfen“, sagte der ehemalige Chef der US-Antidrogenbehörde DEA, Peter Bensinger, der Zeitung „USA Today“.

Für den mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto ist die Flucht seines wichtigsten Gefangenen eine Blamage. „Nach seiner Festnahme hatten die mexikanischen Behörden die Möglichkeit, ihn an die USA auszuliefern. Sie haben es nicht getan. Das war eine schlechte Entscheidung“, schrieb der mexikanische Sicherheitsexperte Alejandro Hope.

Die Flucht von Guzmán könnte die Sicherheitskooperation zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten auf eine harte Probe stellen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, versicherte zwar, die USA unterstützten Mexiko bei der Suche nach „El Chapo“ nach Kräften. Angesichts der offenkundigen Korruption innerhalb des mexikanischen Sicherheitsapparats dürften die US-Behörden künftig allerdings vorsichtiger sein, welche Erkenntnisse sie mit ihren Kollegen teilen.

In Mexiko ist inzwischen ein Großeinsatz angelaufen, um Guzmán erneut festzunehmen. Zahlreiche Soldaten und Polizisten beteiligen sich an der Suche. Rund um seinen Heimatort Badiraguato im Hochland von Sinaloa kontrollieren Soldaten jedes Auto, wie die Zeitung „Excélsior“ berichtete.

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