Michael Jackson in Missbrauchsprozess freigesprochen
Amerikaner sind unzufrieden mit Jackson-Freispruch

Die meisten Amerikaner glauben offenbar trotz des Freispruchs von Michael Jackosn an eine Schuld des Popstars. Bei einer Umfrage des Fernsehsenders CNN erklärten 67 Prozent der Teilnehmer, sie seien „nicht zufrieden“ mit dem Urteil der Jury.

HB NEW YORK/SANTA BARBARA. Die Geschworenen hatten JACKSON vom Vorwurf des sexuellen Kindesmissbrauchs sowie in allen anderen der insgesamt zehn Anklagepunkte für „nicht schuldig“ erklärt. Von denjenigen Befragten, die damit nicht einverstanden waren, gab laut CNN allerdings nur knapp ein Viertel an, die Jury- Entscheidung sei „empörend“. An der Umfrage des Gallup-Instituts im Auftrag von CNN nahmen 635 Erwachsene teil.

Im Zweifel für den Angeklagten - nach diesem Grundsatz hatte das US-Gericht am Montag den Popstar Michael Jackson von allen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs frei gesprochen. Den zwölf Geschworenen waren die spektakulären Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht ausreichend, um eine Schuld des 46-Jährigen zu beweisen.

Der Sänger verließ das Gericht im kalifornischen Santa Maria am Montag offensichtlich zermürbt und erschöpft, aber als freier Mann. Die öffentliche Diskussion um seine sexuellen Vorlieben, die in den Medien breit getretenen Ergebnisse von Hausdurchsuchungen und die heftigen Schuldzuweisungen dürften das Leben des einstigen Mega-Stars jedoch für immer verändert haben. Musikexperten rieten dem 46-Jährigen zu einem nicht allzu spektakulär angelegten Comeback-Versuch in Europa und Asien, wo seine treuesten Fans sitzen. Der Europa-Manager der Familie Jackson kündigte am Dienstag einem Zeitungsbericht zufolge einen Besuch Jacksons in Deutschland innerhalb der kommenden vier Wochen an.

Insgesamt ließ sich die Jury aus acht Frauen und vier Männern sieben Tage Zeit, noch einmal alle 140 Zeugen und mehr als 600 Beweisstücke Revue passieren zu lassen. „Und diese Beweise ließen uns immer zum gleichen Schluss kommen: Es reicht einfach nicht aus“, sagte eine Geschworene nach dem Urteil. Das Gremium signalisierte zudem, dass es vor allem der Mutter des Klägers nicht traute. Einmal habe die Frau mit dem Finger auf die Jury gezeigt, und dabei habe sie gedacht: „Zeig nicht mit dem Finger auf mich, Lady“, sagte eine 79-jährige Geschworene. Die Verteidigung hatte ihre Strategie auf den Vorwurf konzentriert, die Mutter habe es nur auf das Geld des Popstars abgesehen und ihren Sohn daher zu einer Falschaussage gedrängt.

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