Mietenbericht 2006
Singles zahlen die teuersten Mieten

Obwohl die durchschnittlichen Wohnungsmieten in den vergangenen vier Jahren kaum angestiegen sind, zahlen viele Mieter drauf. Schuld daran sind vor allem die Kosten für Heizung und Warmwasser, die um gut 30 Prozent in die Höhe geschossen sind. Und auch wer alleine wohnt, lebt alles andere als günstig.

HB BERLIN. Bis 2006 hätten sich die warmen Betriebskosten monatlich im Schnitt von etwa 0,81 Euro auf 1,07 Euro je Quadratmeter erhöht, geht aus dem am Mittwoch vorgelegten Wohngeld- und Mietenbericht 2006 der Bundesregierung hervor. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung bedeutet das einen Anstieg um rund 18 Euro auf 75 Euro. Für die Kostenexplosion seien die weltweit gestiegenen Öl-und Gaspreise verantwortlich. Die Wohnungsmieten haben sich in den vergangenen vier Jahren dagegen moderat entwickelt.

„In ihrer jährlichen Entwicklung bewegten sie (die Mieten) sich deutlich unterhalb der allgemeinen Teuerungsrate“, sagte Bauminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Im Vorjahr verteuerten sich die Mieten um rund ein Prozent. Im Schnitt betrug die monatliche Bruttokaltmiete 6,25 Euro pro Quadratmeter (warm 7,32 Euro). Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung musste ein Mieter 438 Euro brutto bezahlen. Darin sind die Nettokaltmiete und die umlagefähigen kalten Betriebskosten wie Wasser, Abwasser und Müllabfuhr enthalten, die seit 2002 um sieben Prozent angestiegen sind. Dazu kommen die Heizungs- und Warmwasserkosten.

Die kräftigste Mieterhöhung gab es mit 1,6 Prozent bei den bis 1948 errichteten Altbauwohnungen. Die Miethöhe hängt wesentlich von der Stadt, der jeweiligen Lage und dem Zustand der Wohnung ab. Dem Bericht zufolge reichen im Altbau die Mieten im Durchschnitt von 4,50 bis 7,50 Euro pro Quadratmeter. Für einen Neubau (ab 1949) muss ein Mieter pro Quadratmeter mit 4,80 bis 7,60 Euro rechnen. Wird eine neue Wohnung erstmals bezogen, kann der Preis bei 5,80 bis 7,90 Euro liegen.

In Ballungszentren gibt es gewaltige Unterschiede: Dort liege das Mietniveau zwischen 3 und 20 Prozent über den Durchschnittsmieten, heißt es in dem Bericht. Bundesweit müssen Mieter rund ein Viertel ihres monatlichen Einkommens für die Miete ausgeben. Am teuersten sind Single-Wohnungen, am günstigsten Zwei-Personen-Haushalte.

Der milliardenschwere Verkauf kommunaler Wohnungen an private Finanzinvestoren hat nach Einschätzung der Bundesregierung bislang überwiegend keine negativen Folgen auf Mieter und Wohnungsbestand gehabt. Jedoch hätten sich Befürchtungen bestätigt, dass die neuen Eigentümer bei der Stadtentwicklung und der Unterbringung von sozialen Problemfällen wenig kooperationsbereit seien. Die Stadt Dresden hatte im Vorjahr rund 48 000 Wohnungen an Fortress verkauft. Der US-Finanzinvestor gab dafür rund 1,7 Milliarden Euro aus. In Freiburg hatten die Einwohner dagegen per Bürgerentscheid den Verkauf öffentlicher Wohnungen gestoppt.

Die staatlichen Ausgaben für Wohngeld verringerten sich von 5,2 Milliarden Euro im Jahr 2004 auf rund 1,1 Milliarden Euro (2006). Die Zahl der unterstützten Haushalte reduzierte sich von 3,5 Millionen auf nur noch 680 000. Das starke Minus geht auf die Einführung der Arbeitsmarktreform Hartz IV zum 1. Januar 2005 zurück. Hartz-IV- Empfänger erhalten die Kosten für Wohnung und Heizung zusätzlich zum Arbeitslosengeld II und fallen nicht mehr unter die Wohngeldregelung.

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