Milliarden-Lotterie
„Der Dicke“ hält zu Weihnachten ganz Spanien in Atem

Er heißt der Dicke und lässt jedes Jahr zu Weihnachten ganz Spanien nicht zur Ruhe kommen. Kein Wunder, verheißt die traditionelle und 2,3 Millarden Euro schwere Weihnachtslotterie doch, fast 200 Spanier zu Millionären zu machen.
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HB MADRID. Satte 2,3 Milliarden Euro werden am Mittwoch unter das spanische Volk gebracht. Die traditionelle Weihnachtslotterie „Sorteo de Navidad“ ist dort das wohl größte Ereignis der Vorweihnachtszeit und mit einer ausgeschütteten Gewinnsumme von rund 2,3 Milliarden Euro wohl die größte Lotterie der Welt.

In Spanien ist die Lotterie ein fester Bestandteil der Weihnachtstradition. Überall im Lande finden Partys statt, Millionen Menschen verfolgen die Ziehung der Gewinnzahlen im Fernsehen und Radio. So gut wie jeder Spanier ist an einem Los beteiligt und fiebert der Ziehung entgegen. Dabei hofft jeder auf „El Gordo“ (der Dicke), den Hauptgewinn. „El Gordo“ beträgt drei Millionen Euro und wird 195 Mal ausgezahlt. Insgesamt werden fast 1800 Gewinne ausgeschüttet. Die diesjährige Ziehung ist die letzte, die unter alleiniger Regie des Staates vorgenommen wird. Die spanische Regierung hatte beschlossen, die staatliche Lotteriegesellschaft teilweise zu privatisieren.

Die Lose haben eine fünfstellige Nummer zwischen 00001 und 84 999. Jede Nummer wird bis zu 200 Mal mit unterschiedlichen Seriennummern variiert. Das Standardlos ist ein Decimo, ein Zehntel, das 20 Euro kostet und maximal 200 000 Euro einbringt. Mehr als drei Viertel der rund 40 Millionen Spanier versuchen jedes Jahr ihr Glück. Rund 70 Prozent der Lotterieeinnahmen werden ausgeschüttet, 30 Prozent gehen an den Staat.

Die Gewinnnummern werden in einem komplizierten Verfahren in einer dreieinhalbstündigen Prozedur gezogen, die live im Fernsehen übertragen wird. Die Lottoziehung verläuft seit fast 200 Jahren stets nach dem gleichen Muster. Kinder ziehen aus zwei goldenen Behältern je eine kleine hölzerne Kugel: Die eine enthält die fünfstellige Glückszahl, die andere informiert über die Höhe der Gewinnsumme. Beide Zahlen werden dann von einem Waisenkinderchor singend bekannt gegeben.

Die Anfänge der spanischen Weihnachtslotterie gehen auf das Jahr 1763 zurück. In der heutigen Form wird sie seit 1812 ausgespielt. Den Namen „Weihnachtslotterie“ erhielt sie 1892.

Ganze Dörfer oder Firmenbelegschaften schließen sich in der Hoffnung auf „El Gordo“ zu Tippgemeinschaften zusammen, um sich eines der teuren Lose leisten zu können. Am Ende bleibt für die am Gewinnlos Beteiligten jedoch ein sechsstelliger Betrag übrig. Doch auch den Tausenden Gewinnern der kleineren Preise winkt ein beträchtliches Weihnachtsgeld.

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